Claudia Augusta  
  Die erste "Trans Alp" mit unserem Mountain bikes. Ein tolles Erlebnis  
 
Probleme beim Stagehandling?
Um die in den Griff zu bekommen, gibt es ein eigenes Kapitel. Hier wird der Umgang mit einer Stage, wie auch der Umgang mit mehr als 2 Stages ausführlich beschrieben.

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Immer schön durchatmen!
Wie berechnet der Taucher eigentlich seine Gasreserven, so dass in jedem Fall lebend die Oberfläche erreicht wird? ...

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Tour 12,
Via Claudia Augusta „auf den Spuren der Römer“Juni 2007

geschrieben von Desiree

Tag 0 14.06.2007, Übernachtung vom 14.06. auf den 15.06.2007 in Ehrwald

Der Anreisetag war noch etwas stressig:

  • Zuerst musste die Luftpumpe umgetauscht werden, denn wir hatten die einzige Luftpumpe des Sortiments erwischt, die ausschließlich für Rennräder verwendbar war.
  • Mein Fahrrad musste noch mal zum Radelservice, da beim montieren der zweiten Trinkflasche, leider die Sattelstange mit fixiert wurde und somit der Sattel nicht mehr zu verstellen war.

Nun gut, um 19.00 war dann endlich Abfahrt in Richtung Ehrwald, netterweise wurden wir von Uli dort hingebracht, der auch unser Backup für mögliche Rücktransporte sein sollte, aber dazu später mehr.

In Ehrwald endlich angekommen stellte Wilke bereits Mängel an seiner Gangschaltung fest, aber es schien doch nicht so schlimm zu sein, also auspacken und ab zum Essen und dann fix ins Bettchen, denn der Berg ruft...

Tag 1 der Tour 15.06.2007, Abfahrt 8.00 Uhr

Nach einem guten Frühstück ging’s dann endlich los, oder auch nicht, denn das Desaster nahm seinen Lauf...

Zuerst zur geplanten Route „über eine Kuhwiese“ – meint unser Roadbook das wirklich ernst? Ja, das muss der richtige Weg sein, also sehr komisch für uns so zwischen den Kühen entlang zu fahren, aber das würde uns im Laufe des Tages noch des öfteren erwarten.

Der Start!

Nun zu den mehr oder weniger großen Problemen. Die Gangschaltung!
Diese war leider wirklich defekt und nach einem Riesentheater mitten im Wald, wurde dann das Fahrrad noch etwas mehr in Mitleidenschaft gezogen und somit mussten wir dann kurzer Hand wieder über die Kuhwiese zurück nach Ehrwald.

Nun auf zum Radelservice. Fahrrad war dann etwas verzogen, Gangschaltung auch und somit wurde alles wieder gerichtet und für 20 Euro fahrfertig übergeben.

Abfahrt 9:30 (zweiter Versuch)

Auf ein neues über die Kuhwiese und rauf zum Fernpass. Mit einem dann nicht mehr funktionierendem Tacho an Wilkes Rad (wurde dieses Rad an einem Montag hergestellt?)
Der Tacho wurde dann im Laufe des Tages nach mehrmaligen Reparaturversuchen schlicht weg abgebaut.

Dann wieder wilde Wege bergauf und ich runter vom Rad direkt mit dem Knie auf den einzigen spitzen Stein. Höllenschmerz, aber im nachhinein doch nicht so schlimm.

In Imst dann angekommen, haben wir die Auffahrt zum Imsterberg verpasst und sind weiter nach Mils, bzw. Schönwies gefahren. Von dort aus gab es zwar noch einen Weg rauf zum Imsterberg, aber wer fährt schon, nach so einem Tag, freiwillig noch einen Berg rauf nur zum Übernachten um dann am nächsten Tag wieder runter zu fahren? Keiner! Nein, wir auch nicht. Wir haben uns einfach ein Privatzimmer angemietet und unser Hotelzimmer am Imsterberg abbestellt.

Grundsätzlich war der Tag anstrengend, aufregend, aber sehr schön. Und wir wissen nun endlich wo die Landschaften der Spielzeugeisenbahnen Ihren Ursprung haben.

Ankunft um 16.00 Uhr in Schönwies, gefahrene KM 47.77

Tag 2 der Tour 16.06.2007, Abfahrt 8:00 Uhr

Diesmal konnten wir nach einer morgendlichen Tiroler Frühstücksunterhaltung wie geplant starten, keinerlei Verzögerungen bei der Abfahrt - Super!

Diese Etappe haben wir etwas offen gestaltet, da wir ja gestern schon ca. 10 km weiter gekommen waren als die Empfehlung. Es galt also auf jeden Fall Pfunds zu erreichen und falls noch genügend Kraft vorhanden sein sollte noch rauf bis Nauders.
Aber leider fing dann irgendwann mein Knie an zu schmerzen. Nicht etwa das linke auf welches ich gefallen bin, sondern das andere...

Nun gut bis Pfunds sind wir gekommen und haben eine sehr schöne Unterkunft gefunden.

Die Strecke war nicht so anstrengend wie der Fernpass und mit einer Fahrtzeit von 3:19 und durchschnittlich 15 km/h nicht so lang, aber 50 km sind wieder geschafft.

Ankunft bei der Unterkunft 13.30 Uhr.

Und nach einer Dusche machten wir uns auf die Suche nach was zu Essen, die sich dann als tirolerische Spezialität entpuppte „Döner Teller“ zu Mittag... das einzige Lokal das in der Mittagszeit geöffnet hatte.

Danach übermannte uns sofort die Müdigkeit und wir haben einen ausgiebigen Mittagsschlaf gehalten. Um direkt wieder zum Abendessen, diesmal in den Tiroler Hof, einzukehren.
Gut gegessen wieder ins Bett.... Toller Urlaub, radeln, essen, schlafen... wie gesund....

Kurz vor 21:00 Uhr (!) wurden wir von der freundlichen Vermieterin aus dem Schlaf geklopft, wir sollten uns doch die Bergfeuer ansehen. HÄÄÄÄÄÄ??

Wir also wieder rein in die Klamotten und raus auf den Balkon. Eine wahre Show, mehrere Gipfel waren mit Feuerreihen versehen und auf einem Berg entstand dann noch ein Feuerkreuz. Diese Feuer werden auf Grund des Herz Jesu Festes am Sonntag angezündet.

Stärkung
Bergfeuer die 1.
Bergfeuer die 2.

Vom Ortskern aus konnten wir noch alles ganz genau überblicken und haben ein paar Fotos gemacht. Nach ca. einer ½ Stunde sind wir dann etwas durchgefroren wieder zurück zur Unterkunft um endlich zu schlafen. Ich leicht gedopt mit einem entzündungshemmenden Mittel gegen das schmerzende Knie.

Tag 3 17.06.2007, Abfahrt 8:30

Heute nehmen wir uns nun den zweiten und letzten Berg dieser Tour vor. Den Reschenpass.
Erstes Teilziel für diesen Vormittag ist Nauders.

Morgens war es noch ziemlich frisch, daher sind wir dann bestückt mit langem Shirt, langer Hose oder auch wahlweise Beinlinge abgefahren und das war auch gut so, denn maximal 15 Grad in der Sonne sind wirklich nicht warm. Leicht latenter Druck auf meinem Knie aber nicht weiter schlimm, somit rauf auf den Berg.

Pause am Reschenpass
Endlich in Italien

Der Anstieg war wirklich nicht leicht, innerhalb kürzester Zeit wurden hunderte von Höhenmetern absolviert. Auf dem Anstieg wurden die langen Sachen wieder in den Rucksack verstaut und fleißig Energieriegel und –drinks konsumiert. Kurz nach Nauders, auf den letzten 200 Höhenmetern, waren dann die Akkus fast leer und wir machten eine kurze Rast um dann vom starken Gegenwind geplagt bis zum Grenzübergang Reschenpass zu gelangen.

Dort haben wir uns mit Kohlehydraten vollgestopft -> Spaghetti Bolognese und viel Apfelschorle (unser Lieblingsgetränk in dieser Woche). Nach einer Stunde Pause noch kurz ein Foto vor dem Landesschild „Italia“ als Beweis und dann auf zu den letzten 100 Höhenmetern.

Ja, geschafft den Reschensee erreicht und auf dem supertollen Radweg rechts um den See entlang. So langsam perfektionieren wir auch die optimale Ausnutzung des Schwungs auf dem Auf und Ab des Weges. Ja das haben wir uns verdient.

Der Reschensee

Nach 4:25 Fahrtzeit bei einem Durchschnitt von 14,06 km/h sind wir in einem kleinen Örtchen Namens Prad angekommen ca. 60 Kilometer abgesessen, haben wir uns im Hotel „Zur neuen Post“ einquartiert und waren heilfroh die Fahrräder abstellen zu können.
Wie immer unter die Dusche und aufs Ohr gehauen. Ein kurzer Spaziergang durch den Ort mit Einkehr im Eiscafe bei Eis und Cappuccino.

Den ersten Anlaufpunkt für den nächsten morgen haben wir auch schon ausgemacht: Den „Radelservice“ mal wieder, aber diesmal nur um abzuklären ob eine Reparatur des Tachos möglich ist.

Ach genau die gefahrenen Kilometer musste ich nun errechnen, da sich der Tageskilometerzähler am Grenzübergang nach Italien genullt hat. Also, somit neue Zeitrechnung in einem neuen Land...

Tag 4 18.06.2007, Abfahrt 8:30

Erster Anlaufpunkt Radelservice Baldi und leider keine Reparatur möglich aber ein neuer Tacho wurde erstanden, damit Wilke nun endlich auch seine Geschwindigkeiten selbst ablesen konnte und nicht auf mich angewiesen war.

Der Radweg war eine Wucht. Kilometer über Kilometer durch Apfelplantagen. Dann leider von der Route etwas abgekommen, aber na ja was soll’s, einfach dem Radweg folgen. Auf nach Meran.

Bis dorthin verlief alles wirklich bestens, aber kurz vor Naturns hat’s mich auf dem Radweg zerlegt, kommt uns doch glatt an einer Unterführung oben am Berg ein Auto entgegen. Ich also viel zu wenig Schwung und keine Kraft mehr um aus diesen blöden Clickys zu kommen und somit hart aufgeschlagen (natürlich Asphalt!).

Nun gut um mehrere blaue Flecken bereichert und einer schönen Schürfwunde am Ellenbogen, ging’s dann weiter...

Nach dem zweiten Sturz hatte ich die Nase dann endgültig voll und die Gangschaltung kaputt.

Na Gott sei Dank konnte Wilke den Schaden beheben und wir endlich etwas Essen. Nach dem Essen funktionierte auch noch der neue Tacho von Wilke nicht mehr. Kurzer Aufschrei, Magnet getauscht und alles wieder im Lot. Na Gott sei Dank.

Frisch gestärkt ging es dann nun endlich wirklich nach Meran und dort haben wir auch wieder den Radweg verlassen und waren (fast) verloren.

Schönste Landschaften haben uns begleitet

Man sollte meinen in den Städten dieser Welt wäre es einfacher den Weg zu finden, als draußen in der freien Natur, aber es ist genau anders herum, je mehr Zivilisation, desto schwieriger wird es.

An einer Autowerkstatt haben wir uns dann noch unsere Clickys ölen lassen und haben uns von dort aus irgendwie nach Lana durchgeschlagen um dort völlig orientierungslos in einem Touristikbüro nach dem Weg zur korrekten Route zu fragen.

Wieder durch die endlosen Apfelplantagen und alles wieder gut und die Route wieder da wie sie laut Roadbook sein sollte.

Nach einer "kleinen" Etappe
BERGAUF!
Die "Profil" ;-)

Bei der ersten möglichen Unterkunft in Adriana (kurz vor Bozen) habe ich doch noch weiter in den Ort gewollt, damit wir nicht so weit zum Essen laufen müssen. Suuuper Idee. Wir mussten doch glatt noch 40 Höhenmeter auf zu einer Frühstückspension „Grünwald“ die uns sage und schreibe "nur" 35 Euro pro Person gekostet hat, aber wir hatten einen Pool, den wir natürlich nicht genutzt haben.

Nach einem sehr aufregenden Tag -> wo ist die Route?

84,49 KM in 4:55 Fahrtzeit, aber einer Reisezeit von 9 Stunden (suchen und finden und pausieren) können wir wirklich stolz auf uns sein.

Meine Höchstgeschwindigkeit lag übrigens bei 47 km/h, bergab natürlich, aber das ist auch schon eine Glanzleistung, wenn man bedenkt wie ich zu Anfang die Hügel runter gefahren nein runtergebremst bin.

Tag 5 19.06.007, Abfahrt 8:45

Der hoffentlich letzte Tag.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, mit Joghurt, Müsli, Marmorkuchen und Walnussbrot, welches ich essen durfte, da mein hochallergischer Ehemann das natürlich nicht essen kann, ging es auf in Richtung Bozen.

Nach dem Desaster vom Vortag haben wir beschlossen, keinen Sightseeing-Tag in Bozen einzulegen, sondern schön dran vorbei zu fahren um sicher am heutigen Tag noch in Riva eintreffen zu können.

Den Etschradweg haben wir wirklich gut gefunden, aber dieser Radweg sollte noch unser Alptraum werden. Kilometer um Kilometer gerade in die wirklich schöne Landschaft geteert, ohne jeglichen Schatten.

Desiree als Navigator
und wieder...

Selbst um 10 Uhr morgens hatten wir das Gefühl, die Sonne steht bereits im Zenit.
Nach ca. 3 Stunden Fahrtzeit wollten wir um halb 12 etwas essen, aber das Restaurant an der Route hatte noch geschlossen, wir also weiter Richtung Trento. Kurz vor Trento ging nach fast 3 ½ Stunden Fahrtzeit nichts mehr, sodass wir unsere Powerriegel und unsere letzten Getränke vernichtet haben um nach einer ½ Stunde Pause wieder auf diesen furchtbaren Autobahnähnlichen Radweg weiter bis rein nach Trento zu fahren. Dort direkt in die erste kleine Getränkebar an der Seilbahn um uns mit Apelschorle und Mineralwasser zu versorgen, aber immer noch Nichts zu essen in Sicht. Den kurzfristig ausgeschilderten MC Donalds haben wir dann auch verpasst und sind somit um 16.00 Uhr an einem kleinen See Restaurant gelandet, das auch quasi meine Lebensrettung war. Denn ich war kurz vorm Hitzschlag oder sonst irgendetwas bedrohlichem.
Geschickterweise gab es dort eine Außendusche, unter die mich Wilke dann kurz bevor ich kollabierte verfrachtet hat. In kompletter Radelmontur.

Aber sei es drum der Körper wurde so gut runtergekühlt und nach einer Portion Fertiggericht Nudeln aus der Mirkowelle, einigen Getränken und einem Softeis ging es wieder bergauf, so dass wir um 17.00 Uhr mit wieder aufgefüllten Trinkflaschen zu den letzten 30 Kilometern aufbrechen konnten. Wieder auf den idyllischen Radweg und immer noch in der prallen Sonne und das um diese Uhrzeit. Wann hört dieser dämliche „Stern“ denn endlich auf zu leuchten?

Es gilt übrigens noch zu erwähnen, das wir ab Mittags ununterbrochen südlichen warmen Gegenwind hatten, auch sehr schön, die entgegenkommenden Fahrradfahrer hatten so ein Unverständnis im Gesicht, wenn sie uns locker entgegen rollten.

Nach kleineren Auf- und Abfahrten kam dann kurz vor Nago noch ein letzter Minipass mit dem Infoschild 10 % Steigung. Wer will so etwas nach 120 Kilometern wissen? NIEMAND!
Sollen die Ihre Schilder doch einfach abmontieren, wir müssen doch so oder so da rauf.
Nun gut das Ziel taucht auf. Der Gardasee!

Na endlich - der Gardasee rückt in erreichbare Nähe
Ortseingang in Riva

Und nun runter ins Tal. Hier wurde auch endlich mein Rekord im Bergabfahren gebrochen 54 km/h (Wilke 60 km/h) und wir erreichten nach 126 Kilometern in 6:50 Fahrtzeit mit einem Schnitt von 18,41 km/h unser Ziel „Riva del Garda“

Freude...

So, ein Anruf beim Hotel und schon waren wir da. Von außen wirklich kein schöner Anblick, überzeugte es innen doch. Denn erst vor drei Jahren renoviert waren die Zimmer mit Parkett ausgestattet. Wirklich sehr nett. Auch die Inhaber ganz freundlich und nur bitte nicht mit den Bikeschuhen auf den Holzboden sonst gibt es Ärger.

Blick aus dem Hotel
Unser Prossecco in Riva!!

Wir sind dann mal wieder fix unter die Dusche und haben uns wie üblich kurz ein Stündchen aufs Ohr gehauen um endlich mit dem Prossecco auf dieses Abenteuer anzustoßen...

Tag 8, Die Rückreise

Warum verstehen wir kein Italienisch? Sonst hätten wir wahrscheinlich zwei Dinge gewusst. Erstens, das die italienische Bahn streikt und zweitens, dass die Fahrräder nicht in den Eurocity Zügen als Fahrrad transportiert werden dürfen, sondern nur verpackt als Paket.

Am Bahnhof in Rovereto angekommen standen wir nun da und kamen nicht weg. Na super ein Zug um 18 Uhr zum Brenner und das war’s, also was sollen wir dort?

Der berühmte Brunnen!!
Warten auf Uli

Nun kam unser Backup ULI ins Spiel, unser Retter der sich am Freitag mittag um 13.00 Uhr aus München auf den Weg machte um uns aus Italien abzuholen. Der Gute. Wir haben dann gleich noch einen Schüler der auch etwas verwirrt am Bahnhof stand mit nach München zum Hauptbahnhof mitgenommen und somit waren wir um 23.00 Uhr endlich wieder daheim.

Wir danken Uli noch mal ganz ganz herzlich dafür und wünschen allen anderen viel Spaß beim nachmachen, nur den Teil von Bozen bis Riva empfehlen wir zu verändern und dort eventuell ein oder zwei Berge aus der schwierigen via Claudia Augusta zu übernehmen

Eure Desiree

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