Anzüge  
  Alle Details zu den Leistungsmerkmalen eines "idealen" Trockentauchanzuges  
 
Probleme beim Stagehandling?
Um die in den Griff zu bekommen, gibt es ein eigenes Kapitel. Hier wird der Umgang mit einer Stage, wie auch der Umgang mit mehr als 2 Stages ausführlich beschrieben.

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Immer schön durchatmen!
Wie berechnet der Taucher eigentlich seine Gasreserven, so dass in jedem Fall lebend die Oberfläche erreicht wird? ...

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Sinn und Zweck:
Durch den Einsatz von neuen Mischgasen ergeben sich schnell längere Dekompressionszeiten, die es "abzusitzen" gilt. Gerade bei der Dekompression bewegt sich der Taucher jedoch nur sehr wenig. Werden solche Tauchgänge in kälteren Gewässern durchgeführt, muss sich der Taucher entsprechend gegen Unterkühlung (Hypothermie) schützen.

Durch die höhere Wärmeleitfähigkeit (Konvektion) des Wassers, kühlt ein ungeschützter Taucher etwa 25mal schneller aus. Neben diesem Effekt begünstigen aber auch heliumangereicherte Atemgemische die Auskühlung des Tauchers. Durch die höhere Konvektion kühlt der Körper hier ebenfalls schneller aus. Besonders gefährlich ist diese Art der Auskühlung, weil sie durch den Organismus nicht registriert wird (allerdings ist die Auskühlung über die Atmung erst ab Tiefen >150m relevant)

Wird nicht mit entsprechenden Maßnahmen einer Unterkühlung entgegen gewirkt, kühlt der Körper nach und nach aus, was im Extremfall zu einer Bewusstlosigkeit (ab ca. 34° bis 31° Körperkerntemperatur) führen kann.

Beim technischen Tauchen werden überwiegend Trockentauchanzüge eingesetzt, die im Vergleich zu Nass- bzw. Halbtrockenanzügen über wesentlich bessere Isolationseigenschaften verfügen. In Kombination mit einem jeweils der Wassertemperatur angepassten Unterzieher wird die gewünschte Isolationsstärke gewählt.

Gleichzeitig dient ein Trockentauchanzug auch als Redundanz zu dem mitgeführten Auftriebsmittel, dem Wing. Sollte das Wing ausfallen besteht immer noch die Möglichkeit einer Tarierung über den Anzug. Daher sollten tiefe Tauchgänge grundsätzlich, unabhängig von der Wassertemperatur mit einem Trockentauchanzug durchgeführt werden.

Varianten:
Grundsätzlich ist bei dem allgemeinen Thema Isolation zwischen den folgenden Gruppen zu unterscheiden:

  1. Wasserdurchlässige Tauchanzüge
  2. Wasserundurchlässige Tauchanzüge

Wasserdurchlässige Tauchanzüge sind klassische Nasstauchanzüge und Halbtrockenanzüge. Diese Anzüge eignen sich vornehmlich für den Sporttauchbereich. Durch den direkten Körperkontakt mit dem Wasser erfolgt die Hypothermie immer schneller als bei Anzügen die einen direkten Wasserkontakt verhindern. Somit kühlt der Körper schneller aus, was letztlich die Tauchzeit und damit das Einsatzgebiet dieser Anzüge limitiert. In heimischen Gewässern sind aus diesem Grund bereits einfache technische bzw. tiefere Tauchgänge mit dieser Art Anzug kaum durchzuführen.

Wasserundurchlässige Tauchanzüge sind alle Trockentauchanzüge. Diese Anzüge verhindern durch Latex- oder Neoprenmanschetten dass Wasser zwischen den Taucher und dem Anzug fließt. Um sich jedoch vor der Kälte zu schützen sind so genannte Unterzieher erforderlich. In der Regel passt der Taucher die dicke der Unterzieher an die zu erwartenden Wassertemperaturen und der zu erwartenden Tauchzeit an. In der Kategorie Trockentauchanzüge wird zwischen zwei Trockentauchanzugstypen unterschieden. Der eine Typ besteht vollständig aus Trilaminat und ist extrem reißfest, bei minimalem Gewicht und komfortabler Bewegungsfreiheit. Der zweite Typ wird aus Neopren hergestellt, welches je nach Hersteller komprimiert wird um den Auftrieb an der Oberfläche zu reduzieren.

Gut anliegender Anzug(Neopren)
Gut anliegender Anzug(TLS 350)
Bewegungsfreiheit
mit DUI TLS 350
Bewegungsfreiheit
mit DUI TLS 350

Mindestvoraussetzung:
Ein Trockentauchanzug sollte folgende Merkmale aufweisen:

1. Egal welcher Typ (Trilaminat / Neopren) verwendet wird es muss immer sicher gestellt sein, dass der Taucher über eine ausreichende Bewegungsfreiheit verfügt und zwar mit Unterzieher. Diese kann am besten getestet werden, indem man mit dem angezogenen Anzug in die Hocke geht, hierbei sollte nichts zwicken oder spannen. Um später im Wasser auch in der Lage zu sein die Ventile zu erreichen muss es möglich sein mit beiden Händen hinter den Kopf zu greifen. Bei dieser Prozedur darf der Anzug weder spannen noch den Bewegungsablauf einschränken. Gleiches gilt für den Unterzieher.

Santi Unterzieher (Maßanzug)
Weezle Unterzieher
(Standard Gr. L)
DUI 400g
(Standard Gr. L)
Bewegungsfreiheit
mit Unterzieher

2. Der Anzug verhält sich idealer Weise neutral. Damit ist gemeint, dass der Auftrieb eines Anzuges unabhängig von der getauchten Tiefe sein sollte. Damit fällt die Wahl des Anzuges immer auf einen Trilaminatanzug. Neoprenanzüge haben den entscheidenden Nachteil, dass sie bei einer hohen Wassertiefe zunehmend komprimiert werden, wass die Isolationseigenschaften verschlechtert und zusätzlich den Taucher überbleit.

3. Der Reißverschluss sollte diagonal über den Oberkörper führen um in der Lage zu sein diesen selber zu öffnen und zu schließen. Des weiteren befindet sich der Reißverschluss an der Körberfront, die am wenigsten durch Flaschen, Wing und Harness belastet wird.

TLS 350 mit digaonalen Front-Reißverschluss
Waterproof
(Boot 2008)
FOKA mit Pinkelventil u.Beintaschen
Anderer Winkel
(Pos. Auslassvetil)

4. Latexmanschetten sollten Neprenmanschetten vorgezogen werden. Latexmanschetten lassen ein separates Abdichten der Trockentauchhandschuhe zu. Dies ist unbedingt erforderlich, da hierdurch im Falle einer Undichtigkeit im Handschuh nicht der ganze Anzug mit Wasser volläuft. Der Taucher ist dann auch in der Lage aus den Beintaschen Neopren-Ersatzhandschuhe zu holen, so dass Erfrierungen an den Händen vermieden werden können.

5. An den Beinen sollten zwei Beintaschen für wichtige Ausrüstungsgegenstände angebracht sein. Als Füßlinge sollten Turbo Soles oder alternativ Rockboots verwendet werden. Trubo Soles verleihen dem Taucher ein besseres Gefühl für die Flossen, sind allerdings im groben Gelände kaum einsetzbar. Rock Boot vermitteln ein ausreichendes Gefühl für die Flossen und sind speziell für unwegsames Gelände entworfen worden.

Position der
Beintaschen
Untersocken halten die Füße warm!
"Turbo Soles" für
viel "Flossengefühl"
"Rock Boots " für grobes Gelände

DIR Anwendung:
Das wichtigste ist die Bewegungsfreiheit des Anzuges, ist diese nicht gegeben, können die Ventile nicht erreicht werden. Damit ist ein Anzug nicht zu verwenden. Es ist immer darauf zu achten, dass die Schlaufe des Reißverschlusses nicht "rumbaumelt". Theoretisch kann sich diese in Wrackteilen verfangen und den Anzug ungewollt öffnen.

Technische Eckdaten:
Keine

Pflege / Wartung:
Der Reißverschluß des Trockentauchanzuges ist mit Parafin (in Teelichtern enthalten) zu pflegen. Im Fachhandel werden aber auch dafür spezielle Produkte. Letztlich funktioniert es aber auch mit Teelichtern.

Hersteller:
Der "DIR" Hersteller ist wohl die Firma DUI. Oft kommen der DUI TLS350, CLX450 bzw. Abwandlungen dieser Typen zum Einsatz. Im Prinzip kann aber auch jeder beliebige Hersteller verwendet werden, solange die o.g. Eigenschaften eingehalten werden.

Negativ Beispiele:
Keine

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