Sinn und Zweck:
Oft werden im normalen Tauchsport die Trockentauchanzüge mit dem Gasvorrat aus den Hauptflaschen gefüllt. Dieser Vorgang ist legitim und nicht zu kritisieren, so lange Pressluft als Atemgas verwendet wird. Werden jedoch Nitrox und/oder mit Helium angereicherte Atemgeschmische verwendet sollte auf eine separate Versorgung des Trockentauchanzuges umgestiegen werden.
Werden die Tauchgänge ausgedehnter ist es sinnvoll Argon als Füllgas für den Trockentauchanzug zu verwenden. Argon hat eine herabgesetzte Wärmeleitfähigkeit und isoliert daher besser als normale Luft.
In diesem Zusammenhang ist unbedingt zu beachten, dass der Einsatz von Helium als Atemgas und Tariergas extrem gefährlich werden kann. Es kommt zu einer beschleunigten Auskühlung des Tauchers, da sowohl über das Atemgas als auch über die Haut Wärme vom Körper weggeführt wird. Insbesondere die Auskühlung über das Atemgas ist als gefährlich einzustufen. Der menschliche Körper registriert ein auskühlen nur über die Haut, über das Atemgas jedoch nicht. Letztlich kann eine solche Auskühlung zur Teilnahmslosigkeit und erheblicher Herabsetzung der Reaktionsgeschwindigkeit führen.
In der Fachliteratur sind solche Effekte unter dem Begriff "undetected hypothermia" näher beschrieben.
Varianten:
Für den technischen Bereich gibt es zwei Varianten die sich im Laufe der Zeit durchgesetzt haben. Beide finden ebenfalls im DIR System Anwendung.
Variante 1:
Hier wird eine 1,5 bis 3 Liter Flasche an der linken Hauptflasche befestigt. Zur Befestigung sollten Klettverschlüsse eingesetzt werden und keine Spanngurte (Spanngurte könnten brechen). Das Argon-Set wird insbesondere beim Höhlentauchen an den Hauptflaschen befestigt. Innerhalb einer Höhle geht es oft auf- und ab, so dass der Taucher gezwungen ist öfter nachzutarieren - somit steigt sein Gasbedarf, was sich in größeren Flaschen widerspiegeln muss. Betrachtet man diese Montagemöglichkeit unter dem Aspekt der Tarierung ist sie als eher negativ zu bewerten. Durch die abstehende Argonflasche legt sich das Wing nicht optimal um die Hauptflaschen, was sich zumindest theoretisch, in einem schlechteren Tauchkomfort widerspiegelt.
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Argon an der D12 |
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Exakte Länge (56cm) |
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Variante 2:
Hier wird eine deutlich kleinere Aluflasche, i.d.R. 6cuft oder 0,85 Liter eingesetzt. Diese Falsche wird direkt an die Backplate montiert, so dass sie dem Taucher nicht im Weg ist und das Wing sich ohne Behinderungen um die Hauptflaschen legen kann. Diese Variante ist vom Tauchkomfort der Variante 1 überlegen, jedoch zwingt der geringe Gasvorrat den Taucher dazu vorsichtiger zu tarieren und mit seinem Gasvorrat besser zu haushalten. Anspruchsvolle Höhlentauchgänge sind mit dieser Konfiguration nicht durchführbar.
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Argonregler (56cm) |
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6cuft Argonflasche... |
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...direkt am Backplate |
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...direkt am Backplate |
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Bei beiden Varianten ist darauf zu achten, dass der Anschlussschlauch stets eine ideale Länge aufweist um lästige Schlaufen zu verhindern.
Mindestvoraussetzung:
- Kleiner membrangesteuerter Atemregler mit G5/8" Anschluss
- Anschluss eines Überdruckventils
- Die Argonflasche verfügt über ein G5/8" Mono-Ventil
- Das Ventilrad ist aus Gummi und somit bruchsicher
- Argonflaschen sind immer aus Aluminium
- Bei einer Hauptflaschen-Montage sollte die Flasche ein Volumen von 3 Litern nicht überschreiten
- Bei einer Backplate-Montage sollte die Flasche ein Volumen von 0,85 / 6 cuft Litern nicht wesentlich überschreiten
- Der Mitteldruck wird auf 6 bar reduziert
- Der Anschlussschlauch wirft keine Schlaufen
DIR Anwendung:
Warum G5/8"? Nun - erstmal ist diese Ventilgröße am meisten verbreitet. Wichtiger in diesem Zusammenhang ist aber dass alle Ventiltypen beim Taucher und dessen Partner gleich sind, alle Anschlüsse sind somit kompatibel , was ein tauschen der Regler sogar unter Wasser ermöglicht.
Setzt man hingegen das genormte Ventil für Edelgase ein, ist es unumgänglich einen Adapter zuverwenden, dieser stellt durch seine zusätzlichen Dichtungen und Kupplungen eine zusätzliche Fehlerquelle dar und verlängert den Automaten unnötig, was widerrum den Taucher in seiner Bewegungsfreiheit einschränken kann.
Warum Aluminium? Aluminium ist unter Wasser nahezu gewichtsneutral. Da die Argonflasche nur an einer Seite montiert wird, ist es wünschenswert, dass dieser Ausrüstungsgegenstand möglichst wenig Abtrieb erzeugt um dem Taucher auch weiterhin eine komfortable Wasserlage zu ermöglichen.
Ein wichtiger Aspekt im punkto Sicherheit stellt der reduzierte Mitteldruck von 6 bar dar. Um den Mitteldruck derart zu reduzieren, können (soweit mir bekannt) nur membrangesteuerte Automaten verwendet werden. Ein Mitteldruck von 6 bar reicht völlig aus um den Trockentauchanzug zu füllen. Gleichzeitig schont er den Schlauch und im Falle eines Gasverlustes entweicht weniger Füllgas, was Angesichts der begrenzten Gasmenge vorteilhaft ist.
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tauchfertig |
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6cuft Argonflasche |
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Schlauchführung |
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Das Überdruckventil darf ebenfalls nicht fehlen, es dient dazu dass im Falle eines Vereisens des Reglers nicht der Schlauch mit 200 bar belastet wird, was unmittelbar zum zerbersten des Schlauches führen würde und mit Sicherheit den Taucher verletzen kann. Das Überdruckventil wird an den ND (Niederdruck) Anschluss des Atemreglers angeschlossen.
Der Anschlussschlauch darf keine Schlaufen werfen, wenn der Taucher mit dem Argon-Set im Wasser taucht. Der Schlauch muss eng an der Ausrüstung anliegen um ein verhaken mit bestehenden Ausrüstungsteilen, sowie der weiteren Umgebung des Tauchers zu vermeiden.
Überschreiten Argonflaschen die an der Backplate montiert sind ein Volumen von 0,85 Liter, bzw. 6 cuft werden sie sehr unkomfortabel zum Tragen, müssen größere Flaschen verwendet werden ist auf die Hauptflaschen-Montage zurückzugreifen.
Technische Eckdaten:
Es sind nur membrangesteuerte Automaten zu verwenden mit G5/8" Anschluss und einem Mitteldruck von 6bar. Der Automat muss min. der EN250 Norm für Kaltwasserautomaten entsprechen.
Pflege / Wartung:
Der Regler wird im gleichen Zyklus wie die Atemregler vom Fachmann in Stand gesetzt.
Hersteller:
Herstellernamen derzeit unbekannt. Ich persönlich tauche ein Seemann SL22 Stufe.
Negativ Beispiele:
Keine |