Atemregler  
  So konfiguriert man seine Regler - am Ende stehen keine Schläuche und Ausrüstungsteile ab  
 
Probleme beim Stagehandling?
Um die in den Griff zu bekommen, gibt es ein eigenes Kapitel. Hier wird der Umgang mit einer Stage, wie auch der Umgang mit mehr als 2 Stages ausführlich beschrieben.

> Zum Stagehandling
Immer schön durchatmen!
Wie berechnet der Taucher eigentlich seine Gasreserven, so dass in jedem Fall lebend die Oberfläche erreicht wird? ...

> Zur Gasberechnung

Sinn und Zweck:
Der mit Abstand wichtigste Ausrüstungsgegenstand ist der Lungenautomat. Er versorgt den Taucher in jeder Situation mit dem lebensnotwendigem Gas. Daher ist es selbstverständlich, dass der Lungenautomat den hohen technischen Anforderungen gewachsen sein muss und über entsprechende Qualitätsmerkmale verfügt. Fehler innerhalb dieses Ausrüstungsgegenstandes bringen den Taucher unmittelbar in Gefahr. Um das hierdurch entstehende Risiko zu minimieren, werden grundsätzlich immer zwei unabhängige erste Stufen verwendet. Beide erste Stufen sind von höchster Qualität. Insbesondere der Reserveautomat darf nicht minderwertiger sein als der Hauptautomat. Eine Redundanz über einen "Oktupus", der an der selben ersten Stufe angeschlossen ist wie der Hauptregler ist nicht akzeptabel und als potentiell gefährlich einzustufen - insbesondere im technischen Tauchbereich.

Varianten:
An den Hauptflaschen werden zwei gleichwertige Lungenautomaten eingesetzt. Zum Einsatz kommen ausschließlich membrangesteuerte Automaten. Die an den Lungenautomaten angeschlossenen Schläuche erhalten keinen Knickschutz.

Mindestvoraussetzung:
Die Automaten müssen mindestens den Vorgaben der US-Navy und der EN250 entsprechen. Insbesondere die US-Navy Anforderungen sind hier zu erfüllen, da diese Norm strenger als die EN250 ist. Bei der US-Navy wird ein Kaltwassertest durchgeführt, bei dem die Atemregler 12 Stunden auf -17,7°C heruntergekühlt werden, die zweite Stufe wird in Salzwasserbad mit einer Temperatur kleiner 0°C eingetaucht. Verrichtet der Atemregler seine Arbeit korrekt, gilt der Kaltwassertest als bestanden. Leider wird dieser Test im Labor durchgeführt und berücksichtigt nicht zwingend praktische Umgebungsbedingungen, wie Verschmutzungen und ein evt. feuchter Gasvorrat. Letztlich muss immer damit gerechnet werden dass Lungenautomaten ausfallen können. Daher muss ein Taucher, der in den technischen Bereich des Tauchens vordringt, in der Lage sein alle Ventile der Ausrüstung sicher und schnell erreichen und ggf. schließen zu können. Die einzusetzenden Automaten müssen über einen 3/8" Ausgang zum Anschluss des Atemreglers verfügen.

  • Kaltwassertauglich nach US Navy und EN250
  • 3/8" Anschluss für zweite Stufe
  • Membrangesteuert
  • Kein Knickschutz
  • Anschlüsse die eine gute Schlauchfühung zu lassen

DIR Anwendung:
Im DIR Bereich kommen hauptsächlich Automaten der Firma Apeks zum Einsatz. Diese Automaten erweisen sich als besonders kaltwassertauglich und unterstützen eine gute Schlauchführung im DIR Sinne. Andere Automaten, wie z.B. von mares, poseidon sind auch geeignet aber eben nicht "DIR-konform":-). Was gilt es sonst noch zu beachten?

Anschlussgewinde:
Alle zweiten Stufen werden immer über einen 3/8" Schlauch angeschlossen. So sind alle Schläuche identisch und können nach belieben getauscht werden. Befinden sich an den Automaten (wie z.B. bei Apeks DST) auch 1/2" Anschlüsse, sollten diese über einen Blindstopfen verschlossen werden.

Redundanz:
Um eine doppelte Redundanz bei den Atemreglern zu erreichen, werden die Zweiten Stufen nur "handwarm" an den Niederdruckschlauch angeschlossen. Auf diese Art und Weise könnte der Taucher unter Wasser die Stufen tauschen, was insbesondere dann wichtig ist, wenn eine zweite Stufe eines Dekogases ausgefallen ist. Durch die konsequente Verwendung der G5/8" Ventile kann auch stets unter Wasser jeder Automat getauscht werden, was ebenfalls bei dem Versagen eines Dekogasreglers äußerst hilfreich ist und die Redundanz der Ausrüstungsteile erhöht.

Befestigung:
Der Hauptregler wird, sobald man ihn nicht mehr benötigt (z.B. beim atmen aus einer Stage) an den rechten Brust-D-Ring mit Hilfe eines Edelstahlkarabiners geklickt. Für die Befestigung des Karabiners existieren zwei Möglichkeiten, die immer wieder kontrovers diskutiert werden.

  1. Der Karabiner wird mittels eines O-Ringes und eines Kabelbinders befestigt. Diese Variante hat den Sinn, dass es sich um eine lösbare, bzw. abreißbare Verbindung handelt.
  2. Im Grunde ist die Befestigung die selbe, nur dass der O-Ring durch eine Schnur ersetzt wird (Caveline). Diese Verbindung ist nicht abreißbar und muss im Notfall durchgeschnitten werden.
O-Ring Sicherung
(hier am Fini)
     

Welche dieser Varianten die beste ist, bleibt jedem selber überlassen. Ich persönlich genieße den Komfort in einer Notsituation den Hauptregler abreisen zu können. Daher ist meine Ausrüstung mit O-Ring Verbindungen ausgerüstet und nicht DIR-konform ;-)

BVefestigung des Karabiners
Schnur-Schlaufe zur
Befestigung
Kabelbinder fixiert
die Schlaufe
Fertig montierter
Hauptregler
Karabiner hängt immer
nach unten
Karabiner am Hauptregler
Karabiner am Hauptregler
Befestigung des
Hauptreglers am Harness

Zu dem Thema Befestigung zählt auch noch wie der Backupautomat am Taucher befestigt wird. Hierzu ist ein Gummiband um das Mundstück zu fixieren, der sogenannte "Necklace". Der Radius sollte dabei die 15cm nicht wesentlich überschreiten. Der Necklace wird um den Hals des Tauchers gelegt, so dass sich der Backupautomat praktisch immer in unmittelbarer Nähe des Tauchers befindet. Die Befestigung am Mundstück sollte so gewählt werden, dass im Notfall ein abreißen möglich ist.

Backup mit Necklace
Befestigung Necklace
Necklace im Einsatz
Länge des Necklace

Schlauchführung:
Die Schlauchführung macht einen sehr großen Teil der DIR-Philosophie aus und wird im Kapitel "Schläuche" separat behandelt.

Knickschutz:
Alle Schläuche die an die Regler angeschlossen werden, erhalten keinen Knickschutz. Der Knickschutz stört letztlich nur die Schlauchführung und lässt keinen Blick auf die Verbindungsmuffen zu. Diese Muffen stellen den schwächsten Punkt der Schläuche dar, sobald hier ein Schlauch porös wird oder sogar anfängt undicht zu werden ist er umgehend auszutauschen. Im übrigen verhindert der Knickschutz ein schnelles abtrocknen der Muffe, was einen idealen Nährboden für Bakterien bietet und zugleich Korrosion fördert.

Konfiguration an D12
Entfernter Knickschutz
Mares Konfiguration
Mares Konfiguration

Technische Eckdaten:
Erste Stufe:

Material:

Messing / verchromt - salzwasserbeständig

Steuerung:

Membran und balanciert

Abgänge:

mindestens zwei Hochdruck (HD) und min. drei UNF 3/8" Niederdruck (ND)

Zweite Stufe:

Material:

Delrin 500 (oder vergleichbar)

Atemwiderstand:

Einstellbar über Kipphebel

Atemarbeit auf 50m
(6 bar):

0,04 Joule/Liter (Einatemarbeit), 1,28 Joule/Liter (Ausatemwiderstand)

Pflege / Wartung:
Der Service sollte vom Fachhandel durchgeführt werden. Als Richtwert kann man sagen alle 100 bis 150 Tauchgänge, mindestens aber alle zwei Jahre.

Hersteller:
Apeks, Scubapro, Mares

Negativ Beispiele:

Schlecht konfiguriert
Zu langer Necklace
   
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