Stages  
  Anwendung und Konfiguration einer Stage  
 
Probleme beim Stagehandling?
Um die in den Griff zu bekommen, gibt es ein eigenes Kapitel. Hier wird der Umgang mit einer Stage, wie auch der Umgang mit mehr als 2 Stages ausführlich beschrieben.

> Zum Stagehandling
Immer schön durchatmen!
Wie berechnet der Taucher eigentlich seine Gasreserven, so dass in jedem Fall lebend die Oberfläche erreicht wird? ...

> Zur Gasberechnung

Sinn und Zweck:
Stages ermöglichen es einem Taucher mehrere Flaschen und damit einen größeren Vorrat an Atemgas mitzuführen. Das verwendete Atemgas wird bei der Verwendung von zusätzlichen Flaschen, den so genannten Stages, dem jeweils geplantem Tauchgangprofil angepasst. Wird in einer Stage ein Atemgas mitgeführt, welches während der Grundzeit geatmet wird, spricht man von einem "Bottom Gas" - wird das Gemisch zur Verkürzung der Dekompressionszeit eingesetzt spricht man von einem "Deko Gas".

Varianten:
Die eigentliche Verwendung von Stages wird in in keinem Verband kritisiert. Jedoch wird die Konfiguration, also der Aufbau und die Art und Weise des Umgangs stellenweise sehr kontrovers diskutiert. Während einige Tauchverbände dem Taucher die größtmögliche Flexibilität und Individualität bieten und keine Vorschriften in punkto Konfiguration vorgeben, sind im DIR System exakte Vorgaben getroffen worden. Werde diese Vorgaben gewissenhaft befolgt, vereinfacht sich das gesamte Handling.

Entscheidend für einen „performanten“ Einsatz im Wasser ist, dass die Stages „schlank“ konfiguriert werden. „Schlank“ bezieht sich zum Einen auf das Gewicht, also möglichst Gewichtsneutral und zum Anderen auf die Konfiguration selber.

Aluminium Flaschen verhalten sich weitestgehend gewichtsneutral, und „belasten“ so nicht die Wasserlage des Tauchers. Eine „schlanke“ Konfiguration erreicht man, indem man sich nur auf die notwendigen Teile an einer Stage konzentriert. Sauerstoff Ventile sind dabei nur hinderlich, entweder muss ein Adapter verwendet werden um einen G5/8“ Automaten zu verwenden, oder aber man verwendet einen Sauerstoff Atemregler mit entsprechendem Gewinde, hat dann aber das Problem, dass dieser Automat sowohl unter als auch über Wasser nicht als Reserveautomat für die eigene oder die Ausrüstung des Partners verwendet werden kann.

Andere technische Verbände und auch ein paar Sporttaucher verwenden immer wieder Stahl-Stages. Diese Flaschen sind m.E. ungeeignet für technische Tauchgänge. Das (nicht unerhebliche) Gewicht von zusätzlichen Stahlflaschen verhindert eine gute, horizontale Wasserlage des Tauchers und verursacht einen ungewollten Abtrieb. Um diesem hohen Abtrieb entgegen zu wirken muss folglich ein größeres Wing her. Da aber bei einem Ausfall des Wings der Trockentauchanzug als Auftrieb nicht ausreicht und man die Flaschen auch nicht abwerfen kann, da sie i.d.R. das lebenswichtige Dekogas enthalten, muss ein redundantes Wing eingesetzt werden. Mit andern Worten – der Einsatz von Stahlflaschen erfordert den Einsatz weiterer Materialien, die unter Wasser bedient werden müssen. Stahlflaschen sind dafür verantwortlich, dass die gesamte Konfiguration komplexer, unhandlicher und gefährlicher wird.

Mindestvoraussetzung:
Alle Stages sind immer gleich konfiguriert. Dabei kommen folgende Komponenten zum Einsatz

  • Stage mit G5/8" Ventil
  • Aluminium Ausführungen
  • Kurzer Fini Schlauch (15cm/6 inch)
  • Rigging Kit mit zwei Edelstahl Boltsnaps, die min. eine Augengröße von einem Inch aufweisen
  • Geschütze Edelstahlschelle
  • Apeks DST 1. Stufe, alternativ Scubapro MK Serie mit drehbarem Mitteldruckabgang
  • Apeks 2. Stufe, alternativ Scubapro MK Serie mit drehbarem Mitteldruckabgang
  • 1 Meter langer Schlauch mit G3/8" Anschluss
  • Entsprechende Beschriftung (Label)
  • Sheerwood Rubbernops
  • Zwei Gummibänder zum fixieren des Atemreglers

DIR Anwendung:
Die erste Stufe des verwendeten Automaten wird quer zum G5/8“ Ventil moniert. Der Schlauch zur zweiten Stufe ist dabei an dem beweglichem Verteilerkopf montiert und zeigt nach unten. Um den Schlauch zu befestigen, wird er in einem U-Profil entlang der Stage geführt. Die beiden Gummibänder fixieren den Schlauch. Die zweite Stufe wird mit dem Mundstück unter den Schlauch gesteckt.

Quer montierte 1. Stufe
Schlauchführung
Stages nach DIR
 

Das Fini wird an dem kurzen Schlauch montiert und hinter der ersten Stufe platziert. Ein Band fixiert das Finimeter, um ein verrutschen zu verhindern. Hier sehe ich immer wieder abenteuerliche Fixierungen des Finis an der Stage. Die nachfolgenden Fotos zeigen daher wie man es richtig macht!

Nicht montiertes Fini ohne Fixierung
Fini wird hinter die 1. Stufe geführt
...und mit der Caveline fixiert
Ansicht am Regler von oben
Caveline enden versiegeln
Heisse Caveline mit dem Feuerzeig anpressen
Kreuzknoten mit den verschmorten Enden
Fertig montiertes Finimeter

Die Beschriftung der Stage erfolgt i.d.R. nicht wie auf den Fotos zu sehen, also nicht am unteren Rand der Stage. Stattdessen sollen die MOD Zahlen in die Mitte oder auf dem oberen Teil der Stage angebracht werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Zahl nicht auf dem Kopf steht, wenn die Stage am Wing befestigt wird und der Taucher eine horizontale Wasserlage einnimmt. Aber warum in der Mitte und nicht am Ende der Stage? "Früher" hat man die MOD am Boden der Stage notiert, dies hatte zur Folge, dass der Taucher diese Zahl nicht ablesen konnte und gezwungen war die MOD auch auf dem Hals der Stage zu notieren. Also praktisch doppelt. Wird die Zahl hingegen in der Mitte der Stage, oder besser im oberen Drittel notiert, so kann der Taucher diese Zahl selber ablesen. Ich persönlich finde die zusätzliche Markierung am Flaschenhals als sehr beruhigend, daher sind meine Stages auch noch zusätzlich am Hals beschriftet.

Label am Fuß der Stage
Label in der Mitte
Label am Flaschenhals
 

Um ein verwechseln der Stage an Land und unter Wasser vorzubeugen ist es ratsam seine Initialen auf der Stage zu vermerken. Ich persönlich habe dies am Flaschenhals vorgenommen, so dass ich für andere Taucher, die mich von vorne anschwimmen sofort zu erkennen bin. Es ist aber auch üblich, dass auf der Unterseite der Stage die Beschriftung vorgenommen wird

Während des Tauchgangs werden die Stages immer Links getragen. Die rechte Seite des Tauchers darf auf keinen Fall verwendet werden. Würden Stages auf der rechten Seite getragen, so wäre es nicht mehr möglich den Langen Schlauch im Ernstfall freizugeben.

Technische Eckdaten:
Als Stageflaschen werden ausschließlich Aluminium Flaschen verwendet, nur diese verhalten sich fast neutral unter Wasser und verhindern einen zu großen Abtrieb. Als Flaschengrößen haben sich:

  • 40 cuft
  • 7 Liter
  • 10 Liter
  • 80 cuft

Flaschen durchgesetzt. 3 Liter Stages eignen sich als Sicherheitsreserve bei Sporttauchgängen. Jede Flasche sollte über ein CE Zeichen verfügen. Alle zu verwendenden O-Ringe müssen sauerstofftauglich sein. Die Schraubedelstahlschellen sollten von ihrem Durchmesser sehr genau passen, nachfolgende Tabelle unterstützt bei der Auswahl der besten Schellengrößen.

Stageart
Umfang
Durchmesser
80 cuft (11,1 Liter), Alu
580mm
184mm
10 Liter, Alu
560mm
178mm
7 Liter, Alu
477mm
152mm
40 cuft (5,7 Liter), Alu
420mm
134mm
3 Liter, Alu
348mm
111mm

Pflege / Wartung:
TÜV der Aluminium Flasche entsprechend den Vorgaben. Stageautomaten sollen im gleichen Zyklus wie die Hauptatemregler gewartet werden.

Hersteller:
LUXFER für Flaschen, Apeks oder Scubapro für die Atemregler, Sheerwood für die Ventilräder und Halcyon oder DIR-Zone für das Riggingkit (Andere Hersteller für Rigging Kits verwenden oft andere Karabiner. Für Stages bieten sich am besten Karabiner mit einem Augendurchmesser von ca. 40mm an.

Negativ Beispiele:
Keine

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