Sinn und Zweck:
Stages ermöglichen es in erster Linie mehr Atemgas für einen Tauchgang zur Verfügung zustellen. Der Umstand, dass sich dabei unterschiedliche Atemgase in den Stages befinden, ermöglicht zu dem eine angepasste und damit kürzere, optimierte Dekompression – der Tauchgangsverlauf wird damit insgesamt sicherer und optimiert.
Anwendungsbereich:
Aber ab wann benötigt man Stages? Nun die Antwort ist nicht so eindeutig, wie sich das manche gerne wünschen würden. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Einsatz von Stages dann erforderlich wird, wenn Tauchgänge geplant werden, bei denen eine längere Dekompressionspflicht in Kauf genommen wird. Jedoch ist bei Tauchgängen, die an der Nullzeitengrenze durchgeführt werden, der Einsatz eines Dekommpressionsgases durchaus sinnvoll – schließlich wird so der im Blut angereicherte Stickstoff besser und schneller abgebaut – was ein reduziertes Risiko für einen Dekompressionsunfall bedeutet.
Überschreiten Tauchgänge gewisse Tiefen und ist als Folge dessen mit einer geringen „Restgasmenge“ im Rückengas zu rechnen, ist es sinnvoll eine Stage mitzuführen. In solchen Fällen wird jedoch kein Dekompressionsgas, sondern ein Bottom Gas – also ein für die Tiefe angepasstes Atemgas - mitgeführt. Ab wann eine Bottom Stage mitgeführt werden sollte, ist eine immer wieder heiß diskutierte Frage. Ich kann dazu nur sagen, dass jeder die Gasplanung so durchführen sollte, dass in der letzen Minute der Grundzeit auf der max. geplanten Tiefe noch soviel Gas im Rückengerät vorhanden ist um beide Taucher sicher auf den ersten Dekostopp zu bringen. Dabei ist zu beachten, dass ein AMV von 20 Litern pro Minute und pro Taucher eindeutig zu wenig ist und 60 bis 80 Liter eher zutreffen.
Voraussetzungen:
Wann ist man bereit für den Umgang mit Stages? Meine persönliche Meinung ist, dass der Grundstein für ein sauberes Stagehandling in der die Tarierung liegt. Die Tarierung muss praktisch in „Fleisch und Blut“ übergegangen sein. Und ob sie tatsächlich in „Fleisch und Blut“ übergegangen ist, kann man ganz leicht prüfen. Dazu führt man ein paar mal die OOA Übung durch – in verschiedenen Tiefen – unter verschiedenen Sichtbedingungen. Bleibt die Wasserlage dabei immer horizontal, ist man auf den richtigen Weg. Mit diesem Beispiel möchte ich aussagen, dass die Tarierung auch in stressigen Situationen nicht zusammenbrechen darf und damit endet, dass sich Taucher senkrecht im Wasser gegenüberstehen, was nämlich ein Stagehandling extrem erschwert.
Wichtig ist auch, dass man nicht gleich mit fünf Stages ins Wasser hüpft, sondern langsam beginnt. 20 Tauchgänge mit einer Stage, 20 weitere mit zwei Stages und wiederum 20 bis 30 Tauchgänge mit 3 Stages usw. Wichtig ist dass man bereits bei dem Umgang mit einer Stage sehr darauf achtet alles richtig zu machen. Schließlich stellt diese Übung die Basis für das gesamte Stagehandling dar.
Übungsbeschreibung:
Ziel dieser Beschreibung ist es nicht einen Kurs zu ersetzen. Diese Passage richtet sich an Taucher, die bereits erste Erfahrungen im Umgang mit Stages haben. Im Übrigen enthält dieses Kapitel eine starke persönliche Interpretation, die nicht immer mit den Vorgaben der Tauchorganisationen übereinstimmt.
Egal mit wie vielen Stages man taucht, zwei Vorgänge sind (fast) immer gleich.
- Der Gaswechsel auf eine Stage
- Der Gaswechsel zurück
Grundübung 1: Gaswechsel auf eine Stage
Konzentrieren wir uns zunächst auf den ersten Vorgang, den Gaswechsel auf eine Stage. Auch hier wird der Vorgang wieder schrittweise erläutert:
Schritt 1: Korrekte Ausgangslage herstellen
Um eine Stage verwenden zu können muss sichergestellt sein, dass sich die zu verwendende Stage auf der linken äußeren Seite befindet, nur dann ist das „ziehen“ des Stagereglers problemlos möglich. Alle Taucher im Team stellen diese Ausgangslage her und bestätigen sich die Bereitschaft zum Gaswechsel durch ein o.k. Zeichen.
Schritt 2: Visuelle Kontrolle durch den/die Tauchpartner
Die links außen liegende Flasche wird dem Tauchpartner gezeigt, dieser studiert die Beschriftung und überprüft ob das ihm gezeigte Gas der aktuellen Tauchgangsplanung und der damit verbundenen Tauchtiefe entspricht – ist alles in Ordnung - wird dies durch ein O.k. Zeichen bestätigt.
Schritt 3: Stageregler „ziehen“
Mit der linken Hand wird die zweite Stufe des Stagereglers unter der Gummibebänderung hervorgezogen und so um den Hals gelegt, das sich die 2. Stufe auf der rechten Seite des Tauchers befindet. Jetzt greift der Taucher mit der rechten Hand nach der 2. Stufe des Stagereglers und lässt sie ab jetzt nicht mehr los. Muss die Hand von der 2. Stufe gelöst werden ist bei Schritt 2 neu zu beginnen.
|
|
Taucher "zieht" den Stageregler
|
2. Stufe in der rechten Hand
|
Schritt 4: Identifizierung der korrekten Flasche
Um sicherzustellen, dass der Taucher tatsächlich das korrekte Gas ausgewählt hat, prüft er erneut die Beschriftung der Flasche und vergleicht sie mit der Tauchgangsplanung und der damit verbundenen Tauchtiefe. Sind diese identisch – und damit richtig – wird das Ventil der Stage kurz auf und sofort wieder zu gedreht. Als Folge wird das Finimeter ausschlagen und den aktuellen Flaschendruck anzeigen. Jetzt prüft der Taucher ob der Stageregler (der sich immer noch in der rechten Hand befindet) auch tatsächlich zu der zuvor auf- und wieder zugedrehten Stage gehört. Dazu betätigt er die Luftdusche des Stagereglers, was ein unmittelbares Fallen des Flaschendrucks bewirkt – ein wiederholter Blick auf die Beschriftung der Flasche bestätigt endgültig, dass diese korrekte ausgewählt wurde. Die linke Hand wird ab jetzt erst wieder das Ventil loslassen, wenn es vollständig geöffnet ist.
|
|
|
|
|
Fini zeigt Flaschendruck an
|
Kurzes betätigen der Luftdusche
|
Fini zeigt entsprechend Null bar an
|
Schritt 5: Vollständiges Öffnen des Ventils
Jetzt wird das Ventil der Stage vollständig mit der linken Hand geöffnet. In der rechten Hand befindet sich nach wie vor die zweite Stufe des Stagereglers. Alle Taucher im Team führen diese Schritte unter Beobachtung der restlichen Tauchpartner durch. Erst wenn alle bei Schritt 5 angelangt sind erfolgt die Durchführung des Wechsels.
Schritt 6: Koordinierung mit dem Tauchpartner
Alle Taucher müssen zur gleichen Zeit mit der Dekompression beginnen um die Tauchgangsplanung korrekt umzusetzen. Dazu geben sie sich gegenseitig ein kurzes O.k. Zeichen – als Bestätigung, das alles korrekt und ohne Probleme für den Gaswechsel vorbereitet ist.
Schritt 7: Der Wechsel
Nun entfernen alle Taucher zeitgleich mit der jeweils linken Hand den Hauptregler aus dem Mund und führen den Stageregler aus der rechten Hand in den Mund, und beginnen aus den Stagereglern zu atmen. Wichtig ist, dass der Hauptregler für die nächsten zwei Atemzüge in der rechten Hand verbleibt - um bei unerwarteten Problemen sofort den Hauptregler zur Verfügung zu haben. Erst wenn alles in Ordnung ist und das neue Atemgas ohne Auffälligkeiten verwendet werden kann, wird der Hauptregler an den rechten Brust D-Ring geklickt. Ist dies erfolgt bestätigen die Tauchpartner durch ein abschließendes O.K. Zeichen den Beginn der Dekompressionsphase.
|
|
|
2. Stufe des Hauptreglers wird weggeklickt |
Grundübung 2: Gaswechsel zurück
Der zweite Vorgang, der ebenfalls immer gleich ist, ist der Wechsel zurück auf ein anderes Gas. Egal ob man mit einer oder mehreren Stages taucht, i.d.R. wird das Gas auf das man zurückwechselt immer das Rückengas sein. In den nachfolgenden Zeilen wird wieder schrittweise erläutert, was es zu beachten gilt.
Schritt 1: Herstellen der Ausgangslage
Der Wechsel muss im Team angekündigt werden. Sind alle Taucher neutral austariert kann mit der Übung begonnen werden. Dabei ist stets zu beachten, dass die z.Zt. verwendete Stage links außen positioniert ist (was angesichts der oben beschriebenen Prozedur automatisch gegeben ist).
Schritt 2: Wechsel auf den Hauptautomaten des Rückengases
Man klickt den Hauptautomaten aus dem rechten Brust D-Ring und hält diesen in der rechten Hand. Haben alle Taucher im Team ihren Hauptregler in der rechten Hand wird durch ein kurzes Zeichen allen gleichzeitig signalisiert, dass sie auf den Hauptautomaten wechseln sollen, nur so kann sichergestellt werden, dass alle das gleiche Profil tauchen. Nachdem aus dem Hauptregler des Rückengases geatmet wird geht man zu Schritt 3 über.
|
Hauptregler des Rückengases wird verwendet
|
Schritt 3: Verstauen der 2. Stufe der zuletzt verwendeten Stage
Mit der linken Hand geht man entlang der links außen liegenden Stage. Nach kurzer Zeit, und ein wenig Übung, ertastet man den hinteren Karabiner der Stage. Dieser wird ausgeklinkt und mit der linken Hand in einem Bogen samt Stage nach vorne geschwungen (Bild 1). Hierdurch dreht sich die Stage, so dass das Ventil direkt vor dem Taucher schwebt (der Karabiner am Flaschenhals der Stage bleibt weiterhin in dem linken Brust D-Ring eingehakt). Daher die Stage fast leer ist, wird sie nahezu neutral bzw. mit leichtem Auftrieb vor dem Taucher schweben. Nun ist es ein leichtes, die noch um den Hals liegende zweite Stufe des Stagereglers mit der rechten Hand über den Kopf zu heben und den Schlauch unter die dafür vorgesehenen Gummibänder zu schieben.
|
|
|
|
"Einfädeln" des Stagereglers
|
"Einfädeln" des Stagereglers
|
Schritt 4: Schließen des Ventils
Ein Schritt der immer gerne vergessen wird ist das Schließen des Ventils. Also bitte daran denken.
Schritt 5: Entfernen der Stage
Regler ordentlich eingefädelt, Ventil zu? Dann kann die Stage am linken Brust D-Ring ausgehakt werden und verstaut werden. I.d.R. wird diese dazu in den Bauch D-Ring oder in einen Schaukelring bzw. Loop mit dem oberen Karabiner eingeklinkt.
|
|
|
|
Verstauen der leeren Stage
|
Verstaute Stage (150bar O2) mittels "Schaukelring"
|
Bitte nur leere Stages nach "hinten" klicken, sonst baut man einen Anker
|
Leere Stage(s) nach Tauchgang
|
Besonderheiten:
Beim Stagehandling gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten. Die wichtigsten dabei sind:
- Umgang mit maximal 2 Stages
- Umgang mit mehr als 2 Stages
- Verwendung eines "Schaukelrings"
- Verwendung einer "Schlaufe" (engl. loop, leach)
Umgang mit max. 2 Stages
Bei dem Umgang mit max. zwei Stages ist im Prinzip nur zu beachten, dass das "schwerste" Gas immer "innen" liegt und leere Stages nach hinten (Bauch-D-Ring) weggeklickt werden. Implizit ist damit auch klar welches Gas "außen" liegt - nämlich das Leichteste, welches auch immer das erste zu atmende Gas ist.
Beispiel:
Es werden eine Bottom Stage mit einem Trimix-Gemisch und ein EAN50 Gas für die anschließende Dekompression verwendet. Beim Abtauchen liegt das EAN 50 Deko-Gas innen und das Trimix Gemisch außen. Zuerst wird das Gas der Bottom Stage verbraucht. Ist diese leer, wird sie gem. Grundübung 2 verstaut. Während man Grundübung 2 durchführt wird aus dem Rückengas geatmet. Es liegt an der Tauchgangsplanung, ob der Tauchgang mit dem Rückengas fortgesetzt werden kann oder nicht. Jedenfalls bleibt das EAN50 Gas wo es ist. Wird der Aufstieg eingeleitet, wird man zwingend den 21m Stop erreichen. Ab dieser Tiefe wird mit dem EAN50 die Dekompression begonnen. Da die Bottom Stage bereits im Bauch-D-Ring eingeklinkt ist, kann das EAN50 Gas gem. Grundübung 1 verwendet werden. Ausgetaucht wird mit dem EAN50 - ein weiterer Wechsel ist nicht erforderlich.
Umgang mit mehr als 2 Stages
Zwei Stages stellen letztlich kaum eine Herausforderung dar. Schwieriger wird es da schon, sobald eine Dritte bzw. mehrere Stages hinzukommen. Wie geht man also mit dieser neuen Situation um? Das Grundprinzip kann so zusammengefasst werden:
Man taucht mit 2 Stage vorne ab, der Rest hängt im Schaukelring bzw. in der Schlaufe. Ist das erste Gas leer geatmet, wird dieses einfach zu den hinteren Stages dazu gehängt. Ab diesem Zeitpunkt hat der Taucher immer nur eine Stage vorne...
Beginnen wir am besten ganz vorne :-)
Schritt 1:
Zuerst muss man wieder mit einer allgemeinen Ausgangslage beginnen. Die Gase, die zuerst geatmet werden, kommen nach vorne, es ist klar, dass maximal zwei Stages vorne getragen werden. Die Dritte Stage wird mit dem oberen Karabiner in den Schaukelring oder in die Schlaufe eingeklinkt.
Die nachfolgenden Fotos stellen das Prinzip dar. Ich habe mehrfach versucht Fotos zu erstellen, bei denen man den Stagewechsel unter Wasser beobachten kann. Leider ist durch solche Bilder das Prinzip nicht darstellbar - deshalb muss diese Beschreibung mit den nachfolgenden Fotos auskommen.
|
|
Herstellen der Ausgangssituation
|
Ausgangssituation von oben fotografiert
|
Schritt 2:
Der Tauchgang wird gem. Schritt 1 begonnen. Wie bereits beim Handling mit zwei Stages, wird auch hier die außen liegende Stage zuerst geatmet. Ist diese Stage fast leer wird sie am Schaukelring / Schlaufe ausgeklinkt um den zuvor verwendeten Atemregler ordentlich verstauen zu können (Bild 1 und 2). Das Verstauen erfolgt gem. Grundübung 2. Ist der Atemregler wieder ordentlich an der Stage angebracht, wird sie mit dem oberen Karabiner in den Schaukelring / Schlaufe eingehängt (Bild 3).
|
|
|
Bild 1: Verstauen der leeren Stage
|
Bild 2: Verstauen des Atemreglers
|
Bild 3: Einhängen der leeren Stage in den Schaukelring / Schlaufe
|
Schritt 3:
Nun liegt noch eine Stage vorne. In meinem Beispiel handelt es sich um ein EAN50. Erreicht man nach diesem Beispiel die 21m Marke wird dieses Gas entsprechend Grundübung 1 vorbereitet und geatmet. Die dritte Stage (100% Sauerstoff) ist gem. dem Beispiel ab der 6m Stufe atembar und muss bei dem Erreichen dieser Tiefe nach vorne geholt werden. Dazu wird das gesamte Stagepaket an dem Karabiner des Schaukelrings / Schlaufes ausgeklinkt und in einem Bogen nach vorne geholt. Unmittelbar vor dem Taucher befinden sich jetzt drei bzw. alle Stages. Das EAN50
Gas ist das einzige Gas welches im Brust-D-Ring des Tauchers eingeklinkt ist.
|
|
|
EAN50 wird bis zur 6m Marke geatmet
|
Das gesamte Stage-Paket wird nach vorne geschwungen (Perspektive aus der Sicht des Tauchers)
|
Taucher mit dem gesamten Stage-Paket vor sich
|
Schritt 4:
Es muss unter allen Umständen verhindert werden, dass sich das gesamte Stage-Paket lösen kann und evt. in den Tiefen des Tauchgebietes versinkt. Dazu wird das 3. Gas, welches später vorne liegen soll, ausgewählt und am oberen Karabiner aus dem Schaukelring / Schlaufe ausgeklinkt. Der ausgeklinkte Karabiner wird sofort in den Brust-D-Ring des Tauchers eingeklinkt (Bild 1). Um eine parallele Sicherung aufzubauen zu können, wird der untere Karabiner des 3. Gases in den Schaukelring / Schlaufe eingeklinkt (Bild 2).
|
|
|
|
Bild 1: 3. Gas wurde ausgeklinkt und sofort in den Brust-D-Ring eingeklinkt
|
Bild 2: Das 3. Gas wird in den Schaukelring eingeklinkt
|
|
Selektion des 3. Gases bei insgesamt 4 Stages
|
Schritt 5:
Das EAN50 Gas kann nun gefahrlos ausgeklinkt werden, zuerst am unteren D-Ring und danach am Oberen. Der obere Karabiner wird in den Schaukelring / Schlaufe eingeklinkt. Zum Abschluss wird das gesamte Stagepaket im Bogen um den Taucher geführt und wieder in den Bauch-D-Ring eingeklinkt. Das 3. Gas kann jetzt entsprechend der Tauchgangsplanung verwendet werden.
|
|
|
EAN50 Gas wurde mit dem oberen Karabiner in den Schaukelring/Schlaufe eingeklinkt
|
Vollständig durchgeführter Wechsel auf das 3. Gas
|
Durchgeführter Wechsel auf das 3. Gas
|
Schlaufe vs. Schaukelring
Schlaufe oder Schaukelring? Was ist denn dass für eine Frage? Zunächst beschreiben diese beiden Begriffe eine Methode, wie man mehr als 3 Stages mehr oder weniger komfortabel durch das Wasser transportieren kann.
Ab drei Stages reicht der Bauch-D-Ring nicht mehr aus um die vielen Karabiner der Stages und des Finimeters aufzunehmen. Daher muss eine "Erweiterung" her, die mehr Platz zum einklinken der Karabiner bietet. In der Szene haben sich zwei Methoden etabliert. Zum Einen der so genannte "Schaukelring", und zum Anderen eine "Schlaufe".
|
|
Schaukelring mit Doppelender
|
Schlaufe mit Karabiner (36cm)
|
Fangen wir zunächst mit dem Schaukelring an. Der Schaukelring ist i.d.R. ein Edelstahlring mit einem größeren Durchmesser (z.B. 100mm und größer). Die Größe variiert je nach Anzahl der mitzuführenden Stages. Bei 3 Stages reicht i.d.R. ein Durchmesser von 100 mm. Jetzt hat man Platz für mehrere Stages und muss letzlich nur noch eine Methode finden, wie man diesen Ring sicher mit dem Bauch-D-Ring verbindet. In der Praxis haben sich hier Doppelender durchgesetzt.
Der Einsatz eines Doppelender hat Vor- und Nachteile. Meinem Erachten nach überwiegen die Nachteile, daher setze ich ausschließlich die "Schlaufen" Konstruktion ein.
Der Wesentliche Nachteil ist, dass die Stages besonders schlecht am Taucher anliegen. Insbesondere wenn diese voll sind. In der Praxis sieht das so aus, dass die Stages weit unter dem Taucher baumeln und insbesondere bei einem Umgang mit der Leine eine wirkliche Gefahr darstellen können. Mich persönlich hat an dieser Methode immer gestört, dass die Stages unter dem Taucher baumeln und wenn man nicht aufpasst schleift man die Dritte Stage wie einen Anker durch den See. Nachfolgende Fotos zeigen Stages, die alle voll sind, bei dem Einsatz eines kleinen (100mm Durchmesser) Schaukelrings. Ein Anordnen der Stages ist praktisch nicht möglich und man kann sich leicht vorstellen, was die Sauerstoffstage (150bar / 7 Liter) schnell mal über den Boden schleift oder sich hier Leinen schnell mal verfangen können.
|
|
3 Stages und Schaukelring
|
3 Stages und Schaukelring
|
Die zweite Variante sorgt mittels einer "Schlaufe" für die erforderliche Erweiterung des Bauch-D-Rings. Im Prinzip wird aus einem Seil (Seildicke (Druchmesser) ca. 7-10mm) eine Schlaufe von ca. 36cm gebildet in die Schlaufe wird ein Karabiner mit eingesetzt. Die beiden Enden des Seils werden miteinander verknotet, ein Schrumpfschlauch sichert den Knoten gegen ungewolltes Öffnen. Die Schlaufe ist relativ groß. Dies ist auch erforderlich, da die eingeklinkten Stages über den linken Oberschenkel geschwungen werden und praktisch zwischen den Beinen "abgelegt" werden. Durch diese Methode ist der schwe
|
|
|
|
|
3 Stages über eine "Schlaufe" befestigt
|
3 Stages über eine "Schlaufe" befestigt
|
|
4 Stages über eine "Schlaufe" befestigt
|
4 Stages von hinten (Schlaufe)
|
re Teil der Stage, nämlich das Ventil samt Regler, sorgfältig auf dem Oberschenkel abgestützt. Der leichte Boden der Stage richtet sich auf und ist damit in einer Linie mit dem Taucher. Dies wiederum verhindert ein "hinterherziehen" der Stage als Anker. Jetzt bieten die Stages ebenfalls weniger Angriffsfläche für Leinen... Nachfolgende Fotos zeigen die gleichen Stages wie in den oberen Abbildungen, jedoch jetzt mittels "Schlaufe" befestigt. Ich finde den Unterschied schon beachtlich.
Zusammenfassung:
Eine Zusammenfassung ist hier nicht sinnvoll, weil das gesamte Thema zu komplex ist. In diesem Zusammenhang weise ich ausdrücklich darauf hin, dass dieser Text kein Ersatz für einen Kurs darstellt. Der Umgang mit Stages muss durch einen kompetenten Tauchlehrer geschult und trainiert werden. Dieser Text vermittelt einen theoretischen Ansatz, wie ein Stagehandling grundsätzlich möglich wäre.
Viel Spaß beim Üben... |