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Übersicht

Sinn und Zweck:

Die Flaschen versorgen den Taucher mit dem lebensnotwendigem Atemgas. Im technischen Tauchbereich werden oft auf Grund der Einsatztiefen und -zeiten mehrere Flaschen mit unterschiedlichsten Gasgemischen, zumeist Kombinationen aus Stickstoff, Sauerstoff und Helium für einen Tauchgang eingesetzt. Für den Einsatz solcher Gasgemische müssen die Tauchflaschen entsprechend ausgelegt und vorbereitet sein. Die größte Sorgfalt muss bei der Anwendung von sauerstoffreichen Atemgemischen angewandt werden. Sauerstoff, als Oxidationsmittel, fördert die Verbrennung und neigt unter höheren Drücken in Kombination mit Reibungswärme zur Verbrennung evt. vorhandener Fette oder Öle die sich in der Taucherflasche (z.B. am O-Ring) befinden. Daher gilt bei dem Umgang mit Sauerstoff, dass alle dafür verwendeten Tauchflaschen Sauerstoffrein sein müssen. Fette, die mit sauerstoffreichen Gasgemischen in Berührung kommen, müssen zudem mit sauerstoffverträglichem Fett behandelt werden. Herkömmliches Fett kann sich beim Überströmen (besonders bei entstehender Reibungswärme) selbst entzünden, was mit einem Abreißen des Flaschenventils enden kann.

Varianten:

Im DIR Bereich kann man die Doppel 12er, abgekürzt als D12, als "Standardflasche" bezeichnen. Hierfür werden zwei zwölf Liter Flaschen über Edelstahlschellen miteinander verbunden. Eine absperrbare Brücke, dessen Ventil in die Richtung des Tauchers gebogen wird, schafft eine physikalische Verbindung der beiden Atemgase.

Neben der D12 kommen für Flachwassertauchgänge auch noch Doppel 7er Flaschen zum Einsatz. Diese entsprechen der gleichen Konfiguration wie eine D12.

Doppel 20er kommen i.d.R. nur für Tauchgänge in Frage, die deutlich Tiefer sind als 45m. Oft wird versucht das Tragen der Doppel 20 zu vermeiden, weil der Taucher an Land eher unflexibel ist und auf grund des Gewichtes nicht mehr in der Lage ist kurze Strecken zu gehen, geschweige denn durch schweres Gelände (Böschung, Steilufer etc.) zu warten. Um aber trotzdem nicht auf die Sicherheit der Gasmengen verzichten zu müssen werden im DIR Bereich bevorzugt so genannte Bottom Stages mitgeführt. Ausführliche Beschreibung dieser Flaschen befindet sich unter der Rubrik Zusatzelemente / Stages.

Monoflaschen sind grundsätzlich in der "DIR Welt" berücksichtigt und in einigen Situationen sicher auch nicht zu vermeiden, jedoch sollten solche Konfigurationen ausschließlich für Tauchgänge eingesetzt werden, bei denen nur sehr geringe Dekompressionspflichten (kleiner 5 Minuten) auftreten, die geringe Gasmenge und entsprechend fehlende Sicherheitsreserven machen Monoflaschen daher zum idealen Begleiter für "Fun-Tauchgänge" im Urlaub. Werden Monoflaschen eingesetzt, sollten diese ein Volumen von 12 Litern nicht unterschreiten.

Mindestvoraussetzung:

Als Mindestvoraussetzungen für die Flaschen gilt folgendes:

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DIR Anwendung:

Oft lösen die unter Mindestvoraussetzung genannten Stichpunkte kontroverse Diskussionen aus. Im Nachfolgenden soll trotzdem kurz und möglichst neutral erläutert werden warum, genau diese Dinge wichtig sind. Beginnen wir dem Einsatz sauerstoffverträglicher und sauerstoffreinen Themen:

Im technischen Bereich werden Gasgemische eingesetzt, die höhere oder geringere Sauerstoffanteile enthalten als in der normalen Umgebungsluft. Zum Füllen dieser Flaschen wird nahezu immer die Partialmischmethode angewandt. Hierzu wird ausgerechnet wie viel Bar der einzelnen Gasgemische in die Flasche einzufüllen ist, um das gewünschte Endgemisch zu erhalten. Bei dieser Methode wird ebenfalls Sauerstoff eingesetzt, oft wird dazu zuerst der Sauerstoff in die leere Flasche eingelassen, um die auftretenden O2-Drücke möglichst gering zu halten. Bei diesem Vorgang strömt somit 100% Sauerstoff direkt über die O-Ringe der Ventile und des Flaschenhalses. Werden an dieser Stelle nicht geeignete Fette eingesetzt, kann es zu einer Selbstentzündung kommen. Aus diesem Grund tut jeder, der mit Sauerstoff umgeht, sehr gut daran, nur sauerstoffverträgliche, bzw. sauerstoffreine Materialien zu verwenden. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass die meisten O-Ringe nicht sauerstoffverträglich sind und entsprechend auszutauschen sind.

Als zweiter Punkt wurde aufgeführt, dass ausschließlich Edelstahlschellen zum Einsatz kommen. Die ebenfalls verbreiteten Bibo-Kits sollten schnellstmöglich ausgetauscht werden. Warum? Das Bibo-Kit wird über Gurte und Plastikkeile zusammengesetzt und fixiert entsprechend die Flaschen. Leider ist es mit diesem Kit kaum möglich die Flaschen wirklich parallel zu montieren, hierdurch wird die Brücke überdimensional stark belastet, was sicher nicht sinnvoll ist. Ein weiterer, wesentlich schlimmerer Nachteil ist, dass die Montage des Bibo-Kits an ein Wing Jacket einen sehr hohen Abstand zwischen dem Taucher und den Ventilen schafft. Es ist nahezu unmöglich seine Ventile zu erreichen, wenn man ein Bibo-Kit einsetzt - leider ist dies mechanisch auch nicht zu ändern, so das der wesentlich höhere Preis für Edelstahlschellen unumgänglich wird.

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Die absperrbare Brücke, Diskussionsgrundlage für unzählige - meist müßige - Diskussionen.

Innerhalb des DIR Systems wird eine absperrbare Brücke eingesetzt. Andere Organisationen vertreten die Meinung, dass eine Brücke eine zusätzliche Gefahren- und Fehlerquelle darstellt. Um eine abschließende Meinung zu diesem Thema zu erhalten soll der Aspekt der Sicherheit näher betrachtet werden. Taucher, die über keine Brücke verfügen atmen ihre Flaschen abwechseln ab. Dazu müssen die Automaten unter Wasser gewechselt werden. Allein das Wechseln stellt bereist eine Belastung und Fehlerquelle dar. Bei jedem Wechsel müssen die Automaten sicher verstaut werden und idealer weise an der Ausrüstung fixiert werden, sind sie nicht fixiert können sie in für den Taucher unerreichbare Positionen rutschen. Das Fixieren jedoch erschwert die Abgabe des Automaten. Das zweite Problem besteht in der Schlauchlänge, beide Schläuche müssen relativ kurz sein, evt. wird auch ein langer und ein kurzer Schlauch eingesetzt, was zur Folge hat, dass wenn eine Atemspende erforderlich wird u.U. nur ein kurzer Schlauch zur Verfügung steht. Wo wir gleich bei dem Hauptproblem sind: Die Flaschen werden abwechselnd leer geatmet. Die meisten Taucher tauschen bei ca. 100 bar die Automaten, was passiert , wenn beide Flaschen mäßig leergeatmet sind und der Tauchpartner plötzlich Luft benötigt? - Nun ganz einfach ein Automat wird abgegeben - jedoch befindet sich hier nur eine überschaubare Menge Gasvorrat in der Flasche, der schnell leer geatmet ist, insbesondere wenn noch längere Grundzeiten bevorstehen, was gerade in Höhlen nicht selten vorkommen dürfte.

Was ist also das Problem? Einfach ausgedrückt: "Bei Tauchgeräten ohne Brücke laufen die Anwender Gefahr, eine Wechselatmung durchführen zu müssen, obwohl noch ausreichend Gas vorhanden ist, leider steht dieser Gasvorrat nur in einer Flasche zur Verfügung"

Taucht man mit einer Brücke, ist der Taucher, bei entsprechendem Training in der Lage diese innerhalb einer Minute die Brücke vollständig zu schließen. Daher sind bei DIR Tauchern die Brücken grundsätzlich vollständig geöffnet. Das Schlauchlängenproblem ist nicht existent, es wird immer der Hauptautomat abgegeben - beiden Tauchern steht das gesamte Gasvolumen uneingeschränkt zur Verfügung - somit auch hier keine Probleme.

Jedoch muss man fairer Weise erwähnen, dass ein Bruch der Brücke unter Wasser nur schwer in den Griff zu bekommen ist. DIR Taucher sind zwar trainiert die Ventile schnell zu, jedoch dürfte die entweichende Luftmenge riesig sein, so dass die Ventile erst geschlossen sind, wenn die Flaschen bereits leer ist. Jedoch kann das Brechen einer Brücke hervorragend durch Edelstahlschellen, die die Brücke entlasten, vermieden werden.

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Der ausschließliche Einsatz von DIN Ventilen (G5/8") sichert dem Taucher, dass er auch unter Wasser die Automaten tauschen kann. So kann das Risiko eines Automatenausfalls weiter reduziert werden. In Deutschland verhindert man damit zusätzlich, dass Adapter zum Einsatz kommen. Oft werden zwar Sauerstoffventile eingesetzt, aber auf Grund der relativ geringen Sauerstoffanteile (kleiner 40%O2) werden normale Regler eingesetzt, was zur Folge hat, dass "angebaut" werden muss. Dieses Anbauen ist durch den Einsatz zusätzlicher Dichtungen für sich bereits eine ernstzunehmende, zusätzliche Fehlerquelle. Zudem wird das Ventil schwerer und klobiger und ist dem Taucher öfter im Weg.

Das Verwenden von bruchsicheren Handrändern hat seinen Ursprung im Höhlentauchen. Hier ist es, insbesondere in Engen Passagen, immer wieder möglich, dass die Ventilräder an den Felswänden entlang schrappen - dies kann bei entsprechender Krafteinwirkung die Folge haben, dass das Plastik-Ventilrad bricht. Dies wird dann fatal, wenn der Taucher gezwungen ist dieses Ventil zu schließen, was dann unmöglich wird. Daher werden ausschließlich Handräder aus Gummi eingesetzt, die neben der Bruchfestigkeit auch einen verbesserten Griff zur Verfügung stellen. Der Taucher ist somit zusätzlich in der Lage die Ventile schneller zu schließen. Oft sind diese Handräder auch ein kleines Stück länger, was ebenfalls bei dem schließen der Ventile positiv unterstützt.

Standfüße: Endlose Diskussionen, stromlinienförmiger? Schöner? Ich persönlich tauche sie nicht und das aus dem Grund, dass das Reel und die Boje am hinteren D-Ring befestigt werden. Standfüße, die die Flasche verlängern sind dann beim Erreichen dieser Gegenstände schlichtweg im Weg und stören. An Land muss ich ehrlich gestehen vermisse ich sie ab und zu - während man sie im Wasser einfach nicht benötigt.

Wechselt man in den Höhlentauchbereich können Standfüße schon gefährlicher werden. Die Leine könnte sich theoretisch zwischen den Standfüßen verklemmen und den Taucher in eine unangenehme Situation bringen. Das Weglassen dieses Ausrüstungsgegenstandes hebt dieses Risiko auf - sei es auch noch so klein ;-)

Wo sich alle einig sind, ist dass Flaschen entsprechend zu beschriften sind. Taucht man streng nach den DIR Richtlinien merkt man spätestens unter Wasser, dass sich alle Taucher zum verwechseln ähnlich sehen. Um trotzdem eine Unterscheidung unter Wasser erreichen zu können werden am Flaschenende der Doppelflasche die Initialen des Eigentümers aufgebracht. Nebenbei ist es durchaus sinnvoll auch seine anderen Gegenstände zu kennzeichnen.

Die Beschriftung der Flaschen zur Identifizierung des Inhaltes ist ebenfalls in nahezu allen Organisationen ähnlich. Wichtig in diesem Zusammenhang, ist dass nur die wichtigsten Daten auf der Beschriftung stehen, Füllprotokolle oder sonstige Informationen die vom eigentlichen Inhalt abweichen gehören nicht an die Tauchflasche.

Was ist aber die wichtigste Information? Ganz einfach die MOD - Maximal Operation Depth. Sie ist die wichtigste Information die der Taucher benötigt. In Kombination mit einem Namen und einem Datum lässt sich so sehr schnell zuordnen wer wann die MOD auf Grund einer vorherigen Gas-Analyse definiert hat. Ich persönlich halte mich hier an die Empfehlungen des VDST.

Technische Eckdaten:

Verwendung von 200bar bzw. 230bar Stahlflaschen. Gewicht min. 13,0kg/Flasche (12er), radial dichtende Brücke, G5/8" Ventile, Gummi Handräder. Oft werden auchdie Durchmesser der einzelnen Flaschen benötigt um z.B. Stages mittels Edelstahlschraubschellen zu "riggen". Nachfolgende Tabelle unterstützt bei der Auswahl der korrekten Durchmesser...

Flaschenart
Umfang
Durchmesser
20 Liter, Stahl
645mm
205mm
12 Liter, Stahl, lang
540mm
170mm
12 Liter, Stahl, kurz
640mm
204mm
80 cuft (11,1 Liter), Alu
580mm
184mm
10 Liter Stahl
537mm
171mm
10 Liter, Alu
560mm
178mm
7 Liter, Alu
477mm
152mm
40 cuft (5,7 Liter), Alu
420mm
134mm
3 Liter, Alu
348mm
111mm

Pflege / Wartung:

Die O-Ringe innerhalb der Ventile sollten im zwei Jahres Rhythmus mit Sauerstofftauglichem Fett eingeschmiert werden.

Hersteller:

Negativ Beispiele:

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