Die Überschrift lässt schon vermuten, dass hier keine herkömmliche Jackets zur Herstellung von Auftrieb beschrieben werden. Dieser Eindruck ist richtig. Im technischen Bereich des Tauchens ist es erforderlich, dass der Taucher einen freien Oberkörper hat, der nicht von dem Auftriebskörper verdeckt wird und dass sich der Auftriebskörper frei entfalten kann ohne dabei den Taucher einzuengen. Die Auftriebsmenge ist speziell bei dem DIR System eher gering. I.d.R. kommt ein Taucher selbst noch bei einer Doppel 20 mit einem Wing aus welches 25 Liter Auftriebsvolumen zur Verfügung stellt. Andere Verbände hingegen, die auch Stahlflaschen als Stages zulassen müssen hier mit 40 Litern und mehr arbeiten. Neben dem Wing ist natürlich das so genannte Backplat mit dem Harness von großer Bedeutung. Diese Kombination stellt die Verbindung zwischen dem Taucher, dem Wing und den Flaschen her.
Es gibt zwei unterschiedliche Varianten von Wings. Die Einen sind für Monoflaschen, die Andern für Doppelflaschen ausgelegt. Monowings, wie der Name bereits verrät können nur Einzelflaschen aufnehmen und sind für einen Einsatz mit Doppelflaschen ungeeignet. Gleiches gilt für Doppelflaschen Wings, diese sind nicht geeignet um mit Monoflaschen getaucht zu werden. Somit ist die Auswahl der Wings sehr übersichtlich. Problematischer wird es beim Harness bzw. bei der Backplate, hier ergeben sich viele Fehlerquellen, die später u.U. negative Auswirkungen auf Trimm und Beweglichkeit haben können. Daher habe ich weiter unten ein paar Tips aufgeführt.
Das Material aus dem das Wing besteht muss extrem robust sein, dazu zählt nicht nur die Außenhülle des Wings. Die Blase selber muss auch aus einem reißfesten Material bestehen und darf nicht aus einer verstärkten Folie bestehen, da diese einfach zu schnell reißen kann, insbesondere dann, wenn sich spitze Gegenstände wie z.B. beim Wracktauchen in die Nähe des Tauchers geraten.
Der Inflatorschlauch muss relativ kurz gehalten werden und sollte spätestens bei dem linken Brust-D-Ring enden. Im ersten Moment scheint diese Anforderung sinnlos, daher folgende Überlegung: Ein Taucher nimmt eine horizontale Lage im Wasser ein, wird ein langer Inflatorschlauch verwendet, baumelt dieser am Taucher. Das baumeln wäre technisch gesehen kein großes Problem, wenn da nicht die Stages wären. Sobald Stages verwendet werden, kommen sich Automat der Stage und der Inflatorschlauch zu nahe und das Ende des Inflatorschlauches verkantet siche gerne mal zwischen dem Fini und dem Atemregler der Stage. Ein weiterer Punkt der für einen kurzen Inflatorschlauch spricht ist, dass das entlüften des Wings mit einem sehr geringen Bewegungsablauf verbunden ist. Da der Inflatorschlauch sehr kurz ist, ist der Hebel ebenfalls klein und der Taucher muss sich unter Wasser nicht "verrenken" um das Wing zu entlüften. Dadurch das der Inflatorschlauch immer über ein Gummiband am Gurtband, also dem Harness, fixiert ist, kann dieser auch nicht wegrutschen und sich zwischen Wing und Flaschen verhaken.
Die Dosierung über den Inflator muss möglichst fein sein, dass heißt: so genannte "Power-Inflator", die 20 Liter in 5 sek. "aufblasen" können sind fehl am Platz. Besonders im Flachwasserbereich, also während der Dekompressionsphase sind solche Inflatoren völlig fehl am Platz. Da man beim Abtauchen kontinuierlich Gas in das Wing einfügt, besteht auch sonst kein Anlass einen solchen "Power-Inflator" zu verwenden.
Die Verwendung eines zweiten Inflators und einer damit verbundenen 2. Blase ist nicht erforderlich. Auch hier scheint es oberflächlich gesehen, dass eine zweite Blase eine höhere Form der Redundanz darstellt. Dies ist, beachtet man die wichtigsten Regeln des DIR Systems jedoch nicht notwendig. Woher kommt die Idee einer zweiten Blase? Viele technische Verbände lassen es zu, dass ihre Taucher mit Stahlstages ins Wasser gehen, da diese Flaschen einen vergleichsweise hohen Abtrieb aufweisen, ist es einem solchen Taucher niemals möglich über den Trockentauchanzug ausreichend Auftrieb herzustellen um die Oberfläche sicher zu erreichen. In solchen Fällen ist eine zweite Blase schon fast Pflicht. Jedoch sorgt eine zweite Blase und dessen Inflator für neue Ausrüstungsgegenstände im "Arbeitsbereich" des Tauchers. In Stresssituationen kann es leicht zu einer Verwechslung bzw. Überforderung des Tauchers kommen. Beachtet man hingegen die DIR Regel, dass zusätzliche Flaschen, seien es Stages oder Argon Tanks stets aus Aluminium bestehen müssen, reicht der Trockentauchanzug immer aus um sicher aufzutauchen.
Die Befestigung von Wings muss immer mechanisch entkoppelt sein, d.h. das Wing - sprich die Blase - darf nicht mit den Zugkräften der Flaschen belastet werden. Auf Dauer würde dies das Material zu sehr beanspruchen. Daher scheiden Wings aus, die dem Gedanken "all in one" entsprechen und über keine Backplate aus Metall verfügen.
Im technischen Bereich des Tauchens sollten ausschließlich Edelstahlbackplates eingesetzt werden, die sich so dicht wie möglich den Flaschen nähern. Diese Annäherung erfolgt am besten mittels einer in der Mitte liegenden Fals, die eine Auswölbung in Richtung Flaschen aufweist. Einige Backplates verzichten auf diese Auswölbung, bzw. haben diese in die genau entgegen gesetzte Richtung. Dies erhöht den den Abstand zwischen Taucher und Flasche und die Ventile rücken damit in unerreichbare Ferne - was nicht akzeptabel ist.
Ein weitere Teil des Wings ist das Harness. Das Harness stellt die Gurte zur Verfügung, mit denen der Taucher das Tauchgerät anlegen kann. Es fällt sofort auf, dass lediglich Drei R-Ringe im Brust und Bauchgurtbereich vorhanden sind. Zwei weitere D-Ringe befinden sich am Schrittgurt. Vergleicht man die Anzahl der D-Ringe mit handelsüblichen Jackets, deren Qualität oftmals auch an der Anzahl der Befestigungsmöglichkeiten gemessen wird, kommt schnell die Frage auf ob diese Anzahl an D-Ringen tatsächlich ausreicht. Nun - sie tut es. Die Anzahl reicht völlig aus. Jeder Tauchgang, sei er noch so anspruchsvoll kann hiermit durchgeführt werden. Details dazu werden in den GUE Kursen gelehrt und würden hier mit Sicherheit den Rahmen sprengen.
Wichtig ist, dass das Harness über einen breiten Schrittgurt verfügt. Der Schnittgurt an sich ist notwendig, damit das Flaschenpaket auf dem Rücken seine Lage nicht verändern kann und evt. in Richtung Kopf rutschen würde, was eine unangenehme Kopflastigkeit zur Folge hätte. Daher ist der Schrittgurt, egal ob ein Scooter verwendet wird oder nicht, immer stramm am Körper anliegend. Die Breite des Schrittgurtes ist beim scootern wichtig, je breiter der Gurt, desto angenehmer im Schritt. In diesem Zusammenhang sein unbedingt erwähnt, dass der Schrittgurt aus einem weichem Material bestehen muss, wenn man verhindern will, dass dieser den Trockentauchanzug durch Reibung beschädigt. Die Schultergurte hingegen können aus starrem Gurtband bestehen, was das Einsteigen in das Gerät vereinfacht.
Wo wird was befestigt? Um diese Frage kurz zu beantworten hier eine kleine Auflistung:
Keine
Keine
Halcyon, DIR ZONE
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Trilaminator, 24.06.2010 - 09:20 Uhr
Hallo Wilke,
gute Website! weiter so! Könntest ja etwas auf die neueren Wings mal
eingehen mit umlaufender Blase!
Wilke Reintsq, 09.05.2010 - 08:52 Uhr
Hallo Stefan, danke für die Info, Deine Anregungen sind recht wichtig. Liebe
Grüße Wilke
mail@stefan-ruehl.de, 06.05.2010 - 21:37 Uhr
Hallo Wilke,
eine super Website!!! Eine Anmerkung zum Wing. Wenn Du eine D12 mit
Harness, 25l Blase und dem üblich angehängten Gerödel (Lampen, Reels etc)
und den D-Ringe, sowie einer Argon Flasche und 1-2 Akkutanks ins Wasser wirfst (Blase
maximal gefüllt), schwimmt das Zeug gerade noch. 2 volle Alu Stages dazu und du
kannst hinterher winken. Ich denke, dass bei der üblichen Ausstattung für TGs
über 40m und Gesamtzeit >60 Minuten eine 40er Blase besser passt. Kommt D12/300
zum Einsatz, geht´s nicht ohne 60lb Blase. Ich habe das kürzlich
getestet...
Gruß
Stefan