Die Beleuchtung, als eines der wichtigsten Merkmale einer Tauchausrüstung, darf auch in der DIR Welt nicht fehlen. Die Lampen, die während des Tauchganges mitgeführt werden, dienen zum Ausleuchten der Umgebung und zur Kommunikation mit dem Tauchpartner. Hat man sich erst einmal an die Kommunikation über den fokussierbaren Lichtkegel gewöhnt, kann man auf einen Großteil der Handzeichen verzichten. Zwei Ersatzlampen ermöglichen im Notfall eine Ausleuchtung der Umgebung falls die Hauptlampe ausfallen sollte.
Lampen existieren in den unterschiedlichsten Formen. Im Bereich des technischen Tauchens werden ausschließlich Tanklampen eingesetzt. Bei dieser Form der Lampe ist der Akku von dem Leuchtmittel getrennt. Dies erlaubt dem Taucher den Akkutank dort zu platzieren, wo er nicht stört. Das Leuchtmittel hingegen ist leicht und kann auch über längere Zeiten hinweg in der Hand gehalten werden. Der i.d.R. große Akkutank gewährleistet lange Brennzeiten.
Reservelampen, auch Backuplampen genannt, ersetzen die Hauptlampe, falls diese ausfallen sollte. Für Backuplampen existieren derzeit zwei unterschiedliche Typen. Die einen verwenden als Leuchtmittel eine oder mehrere LEDs, was den Stromverbrauch stark reduziert und somit die Brenndauer erhöht, jedoch ein fokussieren des Lichtkegels nicht zulässt. Der zweite Typ verwendet eine herkömmliche Glühfadenlampe mit einem vergleichsweise hohen Stromverbrauch aber dafür fokussierbaren Lichtkegel.
Hauptlampe:
Im DIR Bereich haben sich die HID Lampen weitestgehend etabliert, diese neue Technologie erlaubt eine wesentlich höhere Lichtausbeute, bei geringerem Stromverbrauch. So leistet eine 10W HID die gleiche Lichtstärke wie ein 50W Halogenstrahler bei fast dreimal längerer Leuchtdauer.
Allerdings sind zum starten der HID Lampen spezielle Elektronikbauteile erforderlich, die eine mögliche Fehlerquelle darstellen. Letztlich ist man aber bereit das Risiko einer zusätzlichen Fehlerquelle einzugehen, weil die höhere Lichtausbeute und längere Brenndauer zusätzliche Sicherheit gegenüber der Brenndauer von Halogenstrahlern darstellen.
Der Einsatz von Akkutanks, die auf dem Bauchgurt aufgeschnallt werden ist "Pflicht". Erstens kann eine solche Lampe so sehr gut verstaut werden, so dass keine Lampenteile im Weg sind. Zweitens eignet sich der leichte Lampenkopf in Kombination mit einem Goodman Handle hervorragend für längere Tauchgänge ohne Ermüdungserscheinungen der Hand bzw. des Armes hervorzurufen. Der Goodman-Handle sorgt außerdem dafür, dass die Lampe auf dem Handrücken getragen werden kann, der Taucher hat somit die Handinnenflächen frei und kann mit der Hand in Notfällen seine Ausrüstung bedienen. Dies sind jedoch nicht zwingende Gründe für den Einsatz einer Akkutanklampe am Bauchgurt. Ein weiterer Grund für Tanklampen ist, dass eine verbesserte Schlauchführung des "langen Schlauches" ermöglicht wird.
Die Lampe sollte so einfach wie möglich aufgebaut sein um die Anzahl der möglichen Fehlerquellen zu reduzieren. Hauptsächlich liegen diese potentiellen Fehler in der verwendeten Elektronik. Elektronik und Wasser vertragen sich dummerweise äußerst schlecht - daher gilt es den Anteil der Elektronik auf ein Minimum zu reduzieren.
Ein fokussierbarer Lampenkopf ermöglicht ein situatives einstellen des Ausleuchtungsfeldes und kann auf die jeweiligen Bedingungen unter Wasser angepasst werden. Lampen die einen starren Fokus anbieten, wie z.B. LED Lampen, verfügen nicht über dieses Leistungsmerkmal und können nicht effektiv eingesetzt werden. Insbesondere für die Unterwasserkommunikation ist ein eindeutiger Punktstrahler erforderlich.
Damit die Lampe effektiv verstaut werden kann, können am Goodman-Handle Karabiner oder so genannten Shock Loops befestigt werden. Beide Variante dienen dazu den Lampenkopf am rechten Brust-D-Ring einzuhaken. Im Laufe der Zeit haben sich die Shock Loops immer mehr durchgesetzt, so dass heute nur noch diese Variante zum Einsatz kommen sollte.
Wird das Kabel der Lampe beim Verstauen nicht unter den Bauchgurt geschoben, bildet sich zwangsläufig eine Schlaufe die im Weg ist. Daher gilt, dass wenn die Lampe nicht verwendet wird, das Lampenkabel immer ordentlich unter dem Bauchgurt und dem langen Schlauch zu verstauen.
Bauartbedingt sollte die Lampe so ausgelegt sein, dass ein zunehmen des Umgebungsdrucks die Dichtung der Lampe verstärkt, auf diese Art und Weise sind Tiefen bis über 150m möglich.
Reservelampen:
Warum zwei Reservelampen? Diese "Vorschrift" gilt speziell in Bereichen die höhlenähnliche Bedingungen aufweisen. Haben sich die Tauchpartner verloren und blieb eine gegenseitige Suche erfolglos, so wird der Taucher der die Umgebung verlässt, eine eingeschaltete Reservelampe an das Führungsseil hängen. Der Lichtkegel der Lampe wird in die Richtung zeigen, in die der Taucher getaucht ist.
Um eine effektivere Kommunikation unter Wasser zu ermöglichen sollten Reservelampen auch fokussierbar sein, bzw. einen Abstrahlwinkel von ca. 6° aufweisen. Leider ist die Fokusierung bei LED Reservelampen meistens bauartbedingt nicht möglich, einzige Ausnahme stellt derzeit die Heser Backup Lampe dar. Tillitec etc. bieten ebenfalls eine akzeptable Qualität, erreichen jedoch nicht die Fokussierung der Heser Lampen.
Der extrem einfache Aufbau der Reservelampen soll eine Funktion in jeder Lage sicher stellen, nichts desto trotz ist die Funktion der Reservelampen vor jedem Tauchgang, wo dessen Einsatz erforderlich werden könnte, zu prüfen.
Reservelampen werden an den Brust-D-Ringen befestigt, damit die Lampenköpfe nicht nach unten hängen werden sie über dünne Gummischläuche an den Gurten des Harness befestigt.
Die Kapazität des Akkus muss den Anforderungen der Tauchgangsdauer entsprechen. Bei dem Erwerb einer Lampe ist daher unbedingt auf die Brenndauer und die Leuchtstärke zu achten. Die Leuchtstärke sollte 35W Halogen und 10W HID nicht unterschreiten.
Akku Pfege gem. Anleitung. Von Zeit zu Zeit sind die Dichtungen zu überprüfen und dünn einzufetten.
Halcyon, Matthias Fischer, GDS, DIR Zone