Handschuhe schützen die Hände vor dem Auskühlen. Ein entsprechender Kälteschutz ist besonders in kalten Gewässern erforderlich. Der Handschuh darf den Taucher aber nicht bei der Bedienung seiner Ausrüstung behindern. Um dies zu gewährleisten werden ausschließlich Fingerhandschuhe zum Einsatz kommen. Bedenkt man, dass man mit kalten Händen kaum noch koordinierte Bewegungsabläufe zustande bringt, sollte jedem klar werden, dass immer der beste Schutz anzulegen ist.
Handschuhe gliedern sich in zwei Kategorien. Die erste besteht aus den Nasstauchhandschuhen, hier sind Fingerhandschuhe in verschiedenen Materialstärken verfügbar. Als Material wird immer Neopren eingesetzt, das mit einer maximalen Materialstärke von 5mm eingesetzt wird. Würden die Fingerhandschuhe, eine dickere Wandung besitzen wäre ein Bewegen der Finger kaum noch möglich. Dünne Nasstauchhandschuhe aus Neopren mit einer Wandung von 3mm und kleiner sind ausschließlich für Wassertemperaturen > 18° C geeignet.
Wird das umgebene Wasser kälter und der Tauchgang länger, sind Trockentauchhandschuhe kaum noch vermeidbar. Diese Handschuhe schützen die Hand vor direktem Wasserkontakt, was die Isolationseigenschaften erheblich verbessert. Jedoch wird die Bewegungsfreiheit eingeschränkt und es bedarf etwas Übung seine Ausrüstung sicher und schnell bedienen zu können.
Ein Nasstauchhandschuh sollte immer als Fingerhandschuh eingesetzt werden. Fäustlinge sind denkbar ungeeignet um komplexe Bedienungen unter Wasser durchzuführen. Sollten Fäustlinge auf Grund der Wassertemperatur erforderlich werden ist in jedem Fall der Trockentauchhandschuh zu verwenden.
Handschuhe, sollten sich farblich vom Anzug abheben, tun sie dies nicht wird es für den Partner schwer Handzeichen abzulesen, getreu dem Motto Schwarzer Handschuh vor schwarzem Hintergrund. Sollte dennoch eine gleiche Farbe gewählt werden, ist eine Kommunikation über den Lampenkegel erforderlich.
Trockentauchhandschuhe sind immer mit innen anliegender Manschette zu verwenden. Zum Einen sichert dies den Taucher vor ungewolltem Wassereinbruch im gesamten Tauchanzug und zum Anderen kann so der Trockentauchhandschuh schnell entfernt werden um in wärmeren Gewässern mit Nasstauchhandschuhen zu tauchen. Insbesondere auf die innen liegende Manschette darf nicht verzichtet werden. Sollte ein Handschuh undicht werden oder sich sogar lösen läuft der Anzug voll Wasser. Das Wasser kühlt den Taucher sehr rasch aus, hat dieser jedoch noch mehrere Minuten oder sogar Stunden Tauchzeit bzw. Dekompressionszeit vor sich, steht er vor der quälenden Wahl welchen "Tod" er sterben möchte. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass nach dem Alexander-Report ein unbekleideter Mensch in der Luft von etwa +1°C nach vier Stunden noch eine normale Körpertemperatur aufweist, während schon bei einem einstündigem Aufenthalt im Wasser bei gleicher Temperatur eine tödliche Auskühlung auf 25°C rektal eintritt [Quelle: Der neue EHM, Tauchen noch sicherer, 8. Auflage, Kap.14.7, Seite 394].
Trockentauchhandschuhe müssen ebenfalls gegen ungewolltes öffnen der Kupplung gesichert sein, eine einfache O-Ring Dichtung die einfach aufgesteckt wird sollte nicht verwendet werden. Die Kupplung muss immer gesichert sein, z.B. über einen Bajonettverschluss. Betrachtet man das Innenleben eines Trockentauchhandschuhes, so sollte das Innenfutter immer einzeln herauslösbar sein. Zum Einen kann so der Innenhandschuh gegen hochwertige Thinsulate Handschuhe ausgetauscht werden und zum Anderen trocknet der Innenhandschuh bedeutend schneller, falls er doch mal nass geworden sein sollte.
Noch ein Tip: Viele Taucher mit Trockentauchhandschuhen verwenden kleine Röhrchen um den Druckausgleich im Handschuh zu ermöglichen. Werden die Röhrchen vergessen, kann an dessen Stelle auch der Unterziehhandschuh unter die Manschette gelegt werden. Durch den Stoff des Unterziehhandschuhes kann ausreichend Luft in den Handschuh strömen und ermöglicht so ebenfalls einen Druckausgleich. Im Falle eines Wassereinbruchs kann dennoch nur sehr wenig Wasser in den Anzug strömen.
Trockentauchhandschuhe sollten die Manschetten nur sehr gering belasten. Auf keine Fall sollte die Manschette mehr als 100° geknickt werden. Ich persönlich kenne nur das Viking System, welches diese Anforderungen bei weitem unterschreitet.
Keine
Nur Viking, weil es das einzige System ist, bei dem noch nie! Wasser in den Handschuh gelangt ist...
Keine