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Sinn und Zweck:

Tarierung? Das auf einer Homepage, die sich im Wesentlichen mit dem technischen Tauchen beschäftigt? So, oder so ähnlich, könnten die ersten Reaktionen auf dieses Kapitel lauten. Warum habe ich also diese Rubrik ins Leben gerufen - was ist sozusagen der Sinn und Zweck dieser Übung?

Es ist ganz einfach. Die Tarierung stellt die Grundlage "guten" Tauchens dar. Wer in der Lage ist sauber und ordentlich zu tarieren, kann unter Wasser wesentlich entspannter und sicherer Tauchen. Ist die Tarierung erstmal in "Fleisch und Blut" übergegangen, können zusätzliche Aufgaben, wie z.B. Fotografieren, Stagehandling, Boje setzen etc. viel einfacher und problemloser durchgeführt werden. Kurz gesagt. Wer diese Übungen nicht beherrscht, sollte zunächst so lange üben, bis es klappt - und erst dann an weitere Schritte denken.

Leider, leider ist das Thema Tarierung gerade bei der Sporttaucher-Ausbildung ein nahezu vollständig verwaistes Thema - sehr schade, denn hier könnte ein bessere Ausbildung wesentlich mehr Spaß am Tauchen erzeugen...

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Anwendungsbereich:

Die Tarierung ist in allen Bereichen des Tauchens unerlässlich. Sowohl Sporttaucher, technische Taucher, keine Gruppe ist hier ausgenommen. Alle müssen m.E. größten Wert auf die Tarierung legen.

Voraussetzungen:

Zunächst sollte man wissen, dass keine spezielle Ausrüstung erforderlich ist um seine Tarierung zu perfektionieren. Allerdings gibt es ein paar Ausrüstungsgegenstände die einfach "über" sind und der guten Tarierung eher im Weg stehen, als sie zu fördern. In diesem Zusammenhang ist wohl das Fußblei das prominenteste Ausrüstungsteil (im negativen Sinne). Fußblei sorgt dafür, dass der tiefste Punkt des Tauchers immer die Füße sind - die Folge ist klar - aufgewühlter Schlamm - der nachfolgenden Tauchern die Sicht und nicht selten auch die Lust am Tauchen vermiesen kann...

Kommen wir zurück zu den Voraussetzungen. Grundsätzlich reicht eine normale Tauchausrüstung aus. Besonders Anfänger sollten die Ausrüstung so zusammenstellen, dass sie Ähnlichkeiten zu einer "DIR Konfiguration"aufweist (Anhaltpunkte dafür befinden sich in der Rubrik Ausrüstung). So können sich insbesondere Neulinge darauf verlassen eine Ausrüstung zu verwenden, die zumindest soweit vorbereitet ist, dass keine unnötigen Steine in den Weg gelegt werden. Selbstverständlich sollten andere Ausrüstungskonfigurationen dies auch ermöglichen - theoretisch, zumindest (kleiner Scherz).

Bevor man nun ins Wasser stapft sollte man sich über die theoretisch perfekte Wasserlage im Klaren sein. Nur wenn man diese Lage kennt, kann man versuchen seinen Tauchstiel in diese Richtung zu ändern. Das nachfolgende Bild stellt schematisch die ideale/perfekte Wasserlage dar.

Bevor wir klären warum diese Wasserlage so sein sollte, möchte ich erwähnen, dass es klar ist , dass dieses Ziel in der Praxis kaum zu erreichen ist. Somit zeigen die nachfolgenden Fotos die praktische Umsetzung:

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Warum aber ist diese Wasserlage angeblich so "perfekt"? Die Antwort(en) sind kurz und knapp und sollten jedem einleuchten, daher hier auch nur in einer Aufzählungsform aufgelistet:

Ich denke, dass sind die wichtigsten Punkte. Und jeder sollte diese Vorteile für sich nutzen, egal ob am Riff oder in den heimischen Seen oder sonst wo.

Übungsbeschreibung:

Die Übungen sind alle sehr einfach zu beschreiben, die Ausführung hat es allerdings (manchmal) in sich, vor allem, wenn man noch keine Übung hat.

Übung 1: Horizontal austarieren

Der Taucher sucht sich einen fixen Punkt am Grund und nimmt die oben beschriebene Wasserlage ein. Dabei sollte er weder kopflastig, noch fußlastig sein. Die Übung besteht darin, für einen Zeitraum von ca. 3-5 Minuten einfach nur still an der Stelle zu stehen. Der Taucher berührt dabei zu keiner Zeit den Boden, noch ändert sich die Tauchtiefe - ebenso wenig wird vor oder zurückgetaucht - der Taucher steht einfach still an ein und der selben Stelle. Sollte man leicht kopflastig sein, so kann man dies mit kleinen Flossenschlägen ausgleichen - trotzdem bewegt sich der Taucher nicht von der Stelle! Um es etwas zu erschweren kann die Maske abgesetzt werden oder einfach das Fini mehrfach geprüft werden.

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Übung 2: Horizontal auftauchen

Der Taucher steigt in eine Tiefe von 10m ab. Schießt eine Boje und taucht mit seinem gegenüberstehenden Partner in 1m pro Minute an diesem Seil auf. Das heißt, beide Taucher steigen synchron um genau einen Meter auf, verweilen dann genau eine Minute in dieser Tiefe. Dann wird erneut um einen weiteren Meter aufgetaucht. Erreicht man die Oberfläche, wird nach der gleichen Methode wieder abgetaucht. Bei dieser Übung stellt das Seil eine Referenz dar und befindet sich immer zwischen den Tauchern. Die Taucher selber gehen weder vor- noch zurück, das einzige was sich ändert ist die Tauchtiefe. Und - Nein, dass Seil wird nicht berührt.

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Verschärft kann man diese Übung noch ohne Seil durchführen.

Übung 3: V-Drill am Fleck

Der Valve-Drill ist bereits beschrieben in der Rubrik V-Drill. Bei dieser Übung steht nicht der V-Drill, sondern die Tarierung im Vordergrund - was nicht bdeutet, dass der V-Drill deswegen nachlässig ausgeführt werden darf. Der Taucher sucht sich wieder einen fixen Punkt und beginnt mit dem V-Drill. Dabei bleibt die Wasserlage stets wie im Übung 1 beschrieben. In anderen Worten - der Taucher bewegt sich nicht von der Stelle. Meiner Meinung nach ist dies die schwierigste Übung, da hier komplexe Bedienungen der Ausrüstung mit der Tarierung verbunden werden. Nur wenn die Tarierung unbewusst abläuft hat diese Übung gute Aussichten auf Erfolg.

Übung 4: Stagehandling am Fleck

Beherrscht man die Übung Nr. 3. So stellen die Nachfolgenden nur noch eine Perfektionierung des Trimms dar. Letztlich konzentriert man sich ab dieser Übung nur noch auf das Handling der Stages. Spätestens hier erkennt jeder ob man nicht doch lieber wieder bei einer der ersten Übungen anfängt; denn eines ist klar - bereitet die Tarierung beim Stagehandling Probleme - ist man noch nicht bereit mit Stages zu tauchen. Zu groß ist die Gefahr, dass der Taucher bei Problemen die Kontrolle verliert, weil ihm einfach alles über den Kopf wächst - lieber wieder einen Gang zurückschalten und sich nochmal auf die Grundlagen konzentrieren!

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Besonderheiten:

Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Ausrüstungsgegenstand bei der Abstimmung des perfekten Trimms stellt das Blei dar. Die Lage des Bleis, in diesem Fall des "V-Weights" bestimmt neben der Körperspannung maßgeblich den Trimm. Je weiter das Blei in Richtung Kopf verschoben wird, um so mehr wird der Taucher kopflastig. Wird das Blei in Richtung Füsse verlagert, wird der Taucher eher "fußlastig". Dieser Effekt ist besonders wichtig für Taucher, die tendenziell eher kopflastig sind - in diesem Fall muss das Blei möglichst am Flaschenboden befestigt werden. Mittlerweile gibt es hierzu auch eine sehr gute, technische Umsetzung, die ich hiermit jedem wämstens empfehlen möchte.

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Viel Spaß beim Üben...

Kommentare

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Anmerkung:

Bereits erfolgte Kommentare:

Diego, 15.05.2013 - 15:33 Uhr
Für die, welche sich noch Fragen was S-Drill und Valve-Drill sind: S-Drill =
Safety-Drill -> Kontrolle des Langschlauches -> nirgends verhädschelt oder
so. Valve-Drill = Die beliebteste Übung aller ;)

Steffen, 17.03.2013 - 15:07 Uhr
Hallo, so, wie ich die Erfahrung machen musste, ist die \"perfekte\" Tarrierung
und ein guter Trimm mit Mono 12 und Bleigurt (anstelle von z.B.: P- Weight... hab ich noch
nicht) kaum bis gar nicht zu erreichen... es sei denn ich stell mich einfach zu blöd
an :-/

Wilke, 05.08.2011 - 22:01 Uhr
Hi Friedrich, kurzes Statement für alle die das später lesen, wir haben uns ja
bereits bilateral ausgetauscht. Den wirklich korrekten Trim zu finden ist immer eine
kleine Herausforderung, leider gibt es kein \"Schema F\", somit liegt es bei
jedem Taucher an etwas Anderem. Eine wirklich genaue Analyse kann nur beim Tauchen
durchgeführt werden. Eine Beschreibung im I-Net erreicht dort schnell seine Grenzen,
irgendwann muss der aufmerksamste Leser tatsächlich im Wasser unter
Anleitung/Hilfestellung üben... LG Wilke

friedrich.kratzer@aon.at, 01.08.2011 - 17:41 Uhr
Tauche schon viele Jahre ,aber seit ich auf tech mit Wing umgestiegen bin habe ich
große Probleme beim tarieren ,man ließt immer wie es sein soll aber nicht wie
man es richtig und optimal angeht (macht) ! Blei habe ich reduziert was notwendig war
,habe bis jetzt immer mit Anzug tariert ! Bitte : Wie geht man Schritt für Schritt
vor wenn man ins Wasser einsteigt ! Punkt:1 2 3 4 usw. Vielleicht kannst Du mir ein
paar nützliche Tipps geben ! Danke! Friedrich

Wilke Reints, 09.09.2010 - 22:06 Uhr
Hallo Matthias, ach, dass ist eine dumme Angewohnheit von mir. Ich habe nie zwischen den
beiden Übungen ernsthaft unterschieden. Prinzipiell hast Du natürlich recht. BG
WILKE

Matthias, 04.09.2010 - 10:51 Uhr
Seit wann wird denn der Valve Drill manchmal auch als S-Drill bezeichnet??? Sind zwei
verschiedene Drills! Saftey Drill ( S-Drill ) ist nicht gleich der Valve Drill. Oder habe
ich die Frage / Antwort falsch verstanden? Gruß Matthias

Wilke , 30.08.2010 - 22:55 Uhr
Gemeint ist der valve drill, machmal auch s-drill bezeichnet. S fuer safety lg wilke

Jan@Tei.ch, 30.08.2010 - 22:35 Uhr
Wilke, was meinst Du mit S-Drill in Punkt 3? Den Stage-Drill von Punkt 4? Am einfachsten
einfach verlinken. Zu den Bildern mit Tarierübungen ohne Maske könnte man
evtl. noch kurz was schreiben, das taucht im Text bisher gar nicht auf. Wer hat Dir denn
da die Maske geklaut?